Rekordtief am Samisch

Der Fluss führt nur noch ein Viertel der üblichen Wassermenge

Sathmar – Die Pegelstände der Flüsse im Kreis Sathmar/Satu Mare bleiben weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch in den kommenden Tagen ist keine nachhaltige Entspannung der Lage in Sicht.

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt inzwischen deutliche Spuren an den Flüssen im Kreis Sathmar. Besonders sichtbar ist dies am Samisch/Someș: Bereiche, die normalerweise vom Wasser bedeckt sind, werden mittlerweile von Spaziergängern, Hundebesitzern und Anglern genutzt. Durch den stark zurückgegangenen Wasserstand ist das Flussbett auf weiten Strecken sichtbar geworden. Auch Überreste der alten Brücke sind inzwischen vollständig zu erkennen.

Nach den neuesten Daten des Nationalen Instituts für Hydrologie und Wasserwirtschaft (INHGA) wurden am 8. August am Samisch in Sathmar lediglich 17,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen. Damit erreicht die Wasserführung nur noch rund 26 Prozent des für August üblichen langjährigen Durchschnitts von 65,9 Kubikmetern pro Sekunde.

Auch der Wasserstand hat einen neuen Tiefpunkt erreicht und liegt derzeit bei minus 137 Zentimetern.

Für die Mitte der kommenden Woche wird zwar ein leichter Anstieg erwartet, von einer tatsächlichen Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Für den 14. August wird eine Wasserführung von lediglich rund 28 Kubikmetern pro Sekunde prognostiziert. Der Pegel könnte bis dahin auf etwa minus 119 Zentimeter steigen.

Die negativen Werte beim Wasserstand können auf den ersten Blick verwirrend sein. Sie bedeuten jedoch nicht, dass der Fluss nahezu ausgetrocknet ist. Für die Messungen wird nicht der tiefste Punkt des Flussbettes als Bezug genommen. Stattdessen verfügt jede Messstation über einen festgelegten Referenzpunkt, den sogenannten Nullpunkt des Pegels.

Ein Wert von minus 130 Zentimetern bedeutet somit, dass die Wasseroberfläche 130 Zentimeter unter diesem festgelegten Referenzniveau liegt. Der negative Pegelstand ist damit vor allem ein deutliches Zeichen für die anhaltende Niederschlagsarmut und die außergewöhnliche Trockenheit.

Ähnlich angespannt ist die Situation bei den anderen Flüssen des Kreises. Am Tur wurden bei Turterebesch/Turulung am 8. August lediglich 0,87 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen. Der langjährige Durchschnitt für August liegt hier bei 3,9 Kubikmetern pro Sekunde. Der Wasserstand betrug 93 Zentimeter.

Noch drastischer ist die Lage an der Krasna/Crasna. Bei Domănești wurden am 8. August nur 0,150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde registriert. Zum Vergleich: Der langjährige August-Durchschnitt liegt bei 2,18 Kubikmetern pro Sekunde. Der Wasserstand betrug 165 Zentimeter. Für die kommenden Tage wird an diesem Abschnitt sogar mit einem weiteren Rückgang der Wasserführung gerechnet.

Auch die längerfristigen Prognosen geben wenig Anlass zur Hoffnung. Nach den hydrologischen Vorhersagen werden die Wasserführungen im gesamten Einzugsgebiet des Samisch im August voraussichtlich lediglich zwischen 30 und 50 Prozent des langjährigen Durchschnitts liegen.

Noch kritischer ist die Situation im Einzugsgebiet der Krasna. Dort dürfte die Wasserführung im Laufe des Monats voraussichtlich nicht einmal 30 Prozent des langjährigen Durchschnitts erreichen.

Zwar können örtliche Schauer und Gewitter während der trockenen Wetterperiode vorübergehend zu schnell ansteigenden Wasserständen oder kleineren Überschwemmungen in Bächen und Flüssen der Hügel- und Bergregionen führen. Eine nachhaltige Verbesserung der angespannten hydrologischen Situation bringen solche kurzfristigen Niederschläge jedoch nicht.

Nach den derzeitigen Prognosen könnte die niederschlagsarme Periode mit den außergewöhnlich niedrigen Wasserständen in der Region noch bis in den Frühherbst hinein andauern – möglicherweise bis September oder sogar Oktober.