Neustadt/ Băiuț – Die Gemeinde Băiuț könnte erneut in den Fokus des Bergbaus rücken. Das ehemalige staatliche Bergbauunternehmen Remin aus Neustadt/Baia Mare plant Untersuchungen in zwei alten Absetzbecken der früheren Mine Băiuț. Ziel ist es festzustellen, ob die dort seit Jahrzehnten gelagerten Bergbaurückstände noch verwertbare Mengen an Gold, Kupfer und anderen Metallen enthalten.
Vorgesehen sind insge-samt 163 Bohrungen. Die gewonnenen Proben sollen anschließend im Labor physikalisch und chemisch analysiert werden. Die Untersuchungen sind Voraussetzung für mögliche weitere Schritte in Richtung Prospektion und – sollte sich eine wirtschaftliche Nutzung bestätigen – einer späteren Gewinnung der Rohstoffe.
Das größere der beiden untersuchten Becken ist Leorda am Eingang der Gemeinde Băiuț. Es wurde bereits 1954 angelegt und diente während des Bergbaus zur Ablagerung von Rückständen aus der Aufbereitungsanlage Băiuț.
Auf einer Fläche von rund 4,5 Hektar lagern mehr als eine Million Tonnen Bergbaurückstände, überwiegend Pyritkonzentrate. Das Becken erreicht eine Höhe von rund 29 Metern und wurde 1972 außer Betrieb genommen.
Remin plant dort 63 Bohrungen an acht Standorten. Die Kosten für Bohrungen und Laboranalysen werden auf rund 230.000 Lei geschätzt.
Das zweite Untersuchungsgebiet ist das Absetzbecken Bloaja Avarii im Ortsteil Strâmbu Băiuț. Es wurde 1972 eröffnet und erstreckte sich ursprünglich über rund 5,2 Hektar.
Dort wurden mehr als 151.000 Tonnen Bergbaurückstände beziehungsweise rund 62.000 Kubikmeter Material abgelagert. Das Becken erreichte eine Höhe von etwa zehn Metern und wurde bereits 1975 stillgelegt. Geplant sind hier 100 Bohrungen an 13 Standorten. Die Kosten für die Untersuchungen werden auf etwa 350.000 Lei veranschlagt.
Die beiden Becken haben jedoch nicht nur eine mögliche wirtschaftliche Bedeutung. Sie gelten offiziell als stillgelegte beziehungsweise konservierte Bergbauanlagen.
Nach Angaben des Berichts sind die Anlagen zur Ableitung von Regenwasser teilweise nicht funktionsfähig. Dadurch können Pyritkonzentrate über die Böschungen abgetragen werden. Die alten Absetzbecken bleiben damit zugleich ein potenzielles Umweltproblem.
Die geplanten Untersuchungen könnten deshalb gleich zwei Fragen beantworten: Welche Rohstoffe befinden sich noch in den alten Rückständen – und lohnt es sich wirtschaftlich, sie zurückzugewinnen?
Sollten die Laboranalysen eine wirtschaftlich interessante Konzentration an Gold, Kupfer oder anderen Metallen ergeben, könnte das Material anschließend verwertet werden. Als mögliches Modell gilt der Verkauf der Rückstände an einen privaten Betreiber.
Ein ähnliches Geschäft hatte Remin bereits in der Vergangenheit durchgeführt. Zwischen 2013 und 2016 wurden nach Angaben des Berichts mehr als 500.000 Tonnen goldhaltiger Pyritrückstände aus Șuior an den Schweizer Rohstoffhändler Werco Trade AG verkauft. Remin erzielte dabei Einnahmen von rund 35,6 Millionen US-Dollar.
Ob sich ein solches Geschäft auch mit den Rückständen aus Băiuț wiederholen lässt, ist derzeit offen.
Zunächst müssen die Bohrungen und Laboranalysen zeigen, welche Metalle tatsächlich vorhanden sind und ob ihre Gewinnung wirtschaftlich sinnvoll wäre.
