Reschitza – Sie wird mit Sicherheit eines der spektakulärsten Ziele in Reschitza, die als Event-Seilbahn umgebaute ehemalige Industrieseilbahn, die in der Nähe des Stadtzentrums das Tal der Bersau/Bârzava sowie zwei gegenüberstehende Hügel überquert (und praktisch drei Täler im Weichbild von Reschitza verbindet, das Doman-Tal, das Bersau-Tal und das Țerova-Tal) und die zudem u.a. als Sightseeing-Spazierweg und Fahrradpiste benutzbar gemacht wird. Gegenwärtig arbeitet man intensiv an der Konsolidierung der Fundamente der mächtigen stählernen kantigen Tragsäulen der in rund 25 Meter über dem Tal befindlichen Plattform, zu der das ehemalige Sicherheitsnetz umgebaut wird.
Da das Objekt vor aller Augen seiner Erneuerung entgegensieht, leisten sich die Baufirmen, die den Zuschlag bekommen haben, kaum Ausrutscher, etwa der Art, dass Grüppchen von Arbeitern gemütlich bei einem Kaffee und einer Zigarette einen halbstündigen Plausch im Schatten einlegen – wie man das so von anderen Baustellen kennt. Da die Arbeiten auch in den kommenden Jahren praktisch unter den Augen der vielen Bewohner der Turmblocks des Stadtzentrums durchgeführt werden, zwischen denen die Seilbahn gebaut ist – dieselben Bewohner, die auch die meisten Unbequemlichkeiten einer solchen Baustelle zu ertragen haben – gibt es viele Augenpaare, die den Fortgang der Arbeiten (nicht nur wohlwollend) verfolgen.
Wir haben es mit einer (hauptsächlich) EU-Finanzierung zu tun, die den Fußgängern und Radfahrern Alternativen – in Form einer Verkehrsinsel in luftiger Höhe – bieten will (nicht nur) in Zeiten des auch in der Talstadt Reschitza an manchen Stunden überbordenden Verkehrs, andrerseits neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und Attraktivitäten für Gelegenheits-Stadtbesucher. Mit dem Umbau der seit den 1990er Jahren aufgegebenen, stillgelegten und lange still vor sich hinrostenden Industrieseilbahn (sie besteht seit den 1960er Jahren, als die letzte große Investition in die Reschitzaer Schwerindustrie stattfand; durch Kauf gelangte sie in den Besitz der Stadt) und aus denselben Finanzierungstöpfen wie für die Rekonversion entsteht ein „Zentrum für die Interpretation und Förderung des Industriellen Erbes/Kulturguts“, zu dem das Gebäude einer ehemaligen Quartalheizzentrale umgebaut wird, das quasi unter der Seilbahn steht.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 43,9 Millionen Lei. 29,34 Millionen Lei steuert die EU bei. Für den Rest kommt die Stadt mittels einer Bankanleihe auf, hat aber auch (noch nicht klar konkretisierte) Zusagen für Finanzierungen aus anderen Quellen. Die Gesamtbauzeit des Projekts, von der Planung bis zur Abnahme, ist die Zeitspanne 26. September 2025 bis 26. März 2029. Das Management des Gesamtprojekts sichert die Regionalentwicklungsagentur V West.
Die final ausgearbeiteten Entwurfsarbeiten stammen aus der Temeswarer Architekturwerkstatt S.C.D Project, fußend auf einem Vorentwurf der aus Reschitza stammenden, unter dieser Industrieseilbahn aufgewachsenen und heute in New York lebenden und an diversen US-Universitäten lehrenden Architektin Oana Stănescu – die lange Zeit in Reschitza das „Diaconovici-Tietz“-Kollegium besucht hat und eine Absolventin der Temeswarer Hochschule „Politehnica“, Lehrstuhl für Architektur und Urbanismus, ist. Bauausführer ist die Firma New RPC 321, die für den Umbau der Reschitzaer Industrieseilbahn eine Assoziierung mit der Firma Recom Sid eingegangen ist.
Verfolgtes Endziel der Stadt Reschitza ist – wie in zahlreichen anderen Vorhaben auch – die Bewahrung des Industrieerbes durch dessen Neugestaltung und Zuführung zu neuen Nutzungen, Förderung der urbanen Mobilität, Erhöhung der touristischen Attraktivität der Stadt, inklusive durch Revitalisierung ganzer, als repräsentativ empfundener Stadtteile und Objekte.
