Filme bei Vollmond und Jazz im Gebirge

Zwei Festivals, die man in diesem Sommer nicht verpassen sollte

Birthälm, das Dorf zwischen den grünen Hügeln, ist Treffpunkt der Filmliebhaber

Am 14. August startet das Horror- und Phantasy-Filmfestival in Birthälm

Entspannte Atmosphäre beim Jazzfestival in Wolfsberg

Das Dorf Wolfsberg

Noch keine Pläne für den Sommer? Wie wäre es mit einem Festival für Horrorfilme oder Jazz? Im Juli und August finden „Lună Plină“ und das  „Gărâna Jazz Festival“ statt – und zwar nicht in Großstädten, sondern in deutschen Dörfern, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Falls man sich entscheidet, hinzufahren, entdeckt man schöne Orte, atmet frische Luft ein, lernt interessante Leute kennen und genießt die Ferien. Außerdem handelt es sich bei beiden Festivals um Jubiläums-Auflagen. Also, Zelt einpacken und los! 

Vollmond über Birthälm 

Wenn der Augustmond über den Dächern von Birthälm/Biertan im Kreis Hermannstadt aufgeht, ist es im Dorf stockdunkel. Schwarze Katzen überqueren die schmalen Gassen, Eulen schreien in der Ferne und das einzige Licht kommt von einer Filmleinwand im Freien. Davor schaut man die ganze Nacht lang gruselige Filme. 

Was? Die 7. Auflage des internationalen Horror- und Fantasy-Filmfestivals „Lună Plină“

Wann? 9. bis 12. August 

Wo?  Birthälm ( 30 Kilometer von Schäßburg/Sighișoara entfernt)

Für wen? Falls Nosferatu, Poltergeist und Frankenstein ein Begriff für dich sind und du Filme wie „The Shining“ oder „The Blair With Project“ schon mehrere Male gesehen hast, sollte dir auch das Festival in Birthälm nicht unbekannt sein. 

Hast du manchmal Angst, vor dem Schlafengehen das Licht auszumachen? Wird dir schlecht, wenn du zu viel Blut siehst? Dann solltest du lieber zu Hause bleiben. 

Was passiert hier? Von Klassikern der Filmgeschichte bis zu gewagten Experimentalfilmen oder Horror-Kurzfilmen, die mit dem Smartphone gedreht wurden – Fans des Genres finden alles, was das Herz begehrt. 

Anreise und Unterkunft: Am besten mit eigenem Auto anreisen. Ansonsten kann man bis nach Schäßburg mit Bus oder Zug anreisen und von dort ein Taxi nach Birthälm nehmen. Eine Fahrt kostet etwa 150 Lei und lohnt sich, wenn man in einer kleinen Gruppe reist. Ansonsten bietet sich als Alternative auch der UNESCO-Bus an, der von Hermannstadt nach Schäßburg fährt und in mehreren Dörfern auf der Strecke anhält. 

Wer frühzeitig bucht, kann während des Festivals in einer der sieben oder acht Pensionen in Birthälm übernachten (ein Doppelzimmer kostet im Durchschnitt 300 Lei pro Nacht). Die authentische Festival-Atmosphäre erlebt man aber besser, wenn man zeltet. Während des Festivals stellen die Organisatoren einen Campingplatz zur Verfügung. 

Highlights auf dem Programm: Das größte Highlight ist die Festival-Atmosphäre. Mit Lagerfeuern, Grusel-Partys und netten Bekanntschaften, mit denen man sich über die neuesten Vampir- oder Haifisch-Filme unterhalten kann. 

Letztes Jahr hat der Kultfilm „Der Weiße Hai“ in der Regie von Steven Spielberg sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert und wurde in dem ins Kino verwandelte Kultursaal „Ion Hobana“ gezeigt. Ebenfalls konnte man den Film „Dracula“ von Radu Jude sehen. Das Programm aus diesem Jahr wurde noch nicht bekanntgegeben, aber mit Sicherheit halten die Organisatoren viele gruselige Überraschungen bereit. Ein anderer Kultfilm, der in jedem Jahr gezeigt wird und den man nicht verpassen sollte, ist „the Rocky Horror Picture Show“. 

Was außerdem interessant ist: Am frühen Morgen einen Spaziergang durch das verschlafene Dorf unternehmen, sich mit den Dorfbewohnern unterhalten ( wenn man Glück hat, kann man sogar Sächsich auf der Straße hören!), die vielen Katzen fotografieren, Souvenirs wie Schlüsselanhänger in Form eines Geistes, gruselige T-Shirts oder eine Horror-Graphic Novel kaufen, im Restaurant hinter der Kirchenburg Spiegeleier und Pommes essen, auf den Parties mit Lagerfeuer in der improvisierten Bar “La Țăruș„/„Zum Pfahl“ tanzen. 

Warum man unbedingt hingehen sollte: Das Rahmenprogramm ist ausgezeichnet. Außer Filmen gibt es eine große Geisterjagd, Vampir-Partys, Fantasie-Workshops, Ausflüge mit dem Fahrrad und ein Markt mit traditionellen Produkten und handgemachten Gegenständen. 

Karten: Eintritt zu allen Filmen des Festivals während der drei Tage kostet 240 Lei, falls man auch zelten will, muss man noch 100 Lei zahlen. Tickets sind unter lunaplina.eventbook.ro erhältlich. 

Mehr Infos: lunaplinafestival.ro 

Avangarde-Jazz am Fuße des Semenik 

Wolfsberg/Gărâna, mitten im Herzen vom Semenik-Gebirge gelegen, ist ein traditionelles Dorf der Banater Berglanddeutschen, das etwa 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Nächte sind hier sehr still. Nur Anfang Juli ertönen unter dem Sternenhimmel Jazz-Akkorde. Das Musikfestival, das schon zum dreißigsten Mal stattfindet und von der Kulturstiftung Jazz Banat organisiert wird, hat zwei wichtige Ziele: für Tourismus im Gebiet zu werben und den zeitgenössischen rumänischen und internationalen Jazz zu fördern. 

Was? Gărâna Jazz Festival 

Wann? 9. bis 12. Juli 

Wo? Gărâna (deutsch: Wolfsberg), etwa 36 km von Reschitza entfernt. 

Für wen? Falls du in Jazz-Musik verliebt bist und mit den neuesten Tendenzen dieses Genres auf dem Laufenden bist, solltest du das Festival nicht verpassen. 

Auch wenn du dich nicht so gut mit Jazz auskennst, ist es ein guter Moment, die rumänische und internationale Szene kennenzulernen. Außerdem hast du die Möglichkeit, die wunderschöne Gegend zu erkunden. 

Falls du kalte Sommernächte nicht magst und Jazzmusik nicht dein Ding ist, bleib lieber zu Hause. 

Was passiert hier? Das Gărâna Jazz Festival ist seit vielen Jahren aus dem Sommer-Kulturprogramm nicht wegzudenken. Bis heute hat das legendäre Festival über 400 Bands aus dem In- und Ausland ins kleine Banater Bergdorf gebracht. 

Drei Nächte lang finden Konzerte interessanter Bands aus Rumänien, Norwegen, Dänemark, Haiti, Griechenland, Schweden, Nepal, Polen, Großbritannien und Frankreich unter dem Sternenhimmel statt. Auch tagsüber langweilt man sich nicht. Man kann Ausflüge ins Gebirge unternehmen und die wunderschöne Gegend erkunden. 

Anreise und Unterkunft: Am einfachsten kommt man mit dem eigenen Wagen. Falls das nicht möglich ist, kannst du mit dem Zug bis nach Reschitza oder Karansebesch fahren. Von hier gibt es Mini-Busse nach Franzdorf/Văliug oder Wolfsberg. Auch BlaBlaCar ist eine Option. 

In Wolfsberg gibt es ein paar Pensionen, die jedoch sehr schnell ausgebucht sind. Falls man keinen Platz findet gibt es ein Camping mit Dusche und Toiletten in der Nähe der Jazzbühne oder neben dem See „Trei Ape“. 

Während des Festivals gibt es ein Food-Court mit allerhand Leckerbissen, viele Spezialitäten sind auch für Vegetarier geeignet. Im Dorf gibt es keinen Geldautomaten, es wird geraten, Bargeld mitzubringen. 

Highlights auf dem Programm: Alle Bands, die in diesem Jahr zum Festival kommen, klingen cool. Über 20 internationale Projekte treten auf den Bühnen auf der Wolfswiese und in der römisch-katholischen Kirche in Weidenthal/Brebu Nou auf. Darunter das Fusion Experience Quartet (Dave Weckl, Richard Bona, Mica Lecoq, Ciro Manna) sowie Bands wie das Søren Bebe Trio, Bushman’s Revenge, OK World, ØKSE und das Pete Roth Trio.

Was außerdem interessant ist: Die Umgebung! Drei Tage reichen nicht aus, um sie zu erkunden. 

Warum man unbedingt hingehen müsste: Wegen der frischen Luft, wegen der guten Musik, wegen der klaren Nächte, weil es immer schön ist, eine neue Band zu entdecken und neue Menschen kennenzulernen. 

Karten: Für die Jubiläumsausgabe hat das Publikum die Wahl zwischen Abonnements und Tageskarten, die den Eintritt zu allen Konzerten auf der Hauptbühne gewährleisten, oder Abonnements, die auch den Zugang zu den Konzerten in der Kirche von Franzdorf beinhalten. Der Eintritt zum Konzert im Hanul La Răscruce ist kostenlos. Karten unter bilete.ro

Mehr Infos: https://garana-jazz.ro