Das Reschitzaer Lyzeum für Musik und bildende Kunst „Sabin P²utza“ wird mittels einer EU-Finanzierung aus dem Regionalprogramm West 2021-2027 einer Generalsanierung mit anschließender Neuausstattung unterzogen. Die Arbeiten sollen, laut Finanzierungsvertrag, im September 2028, zum Beginn des Schuljahrs 2028/2029, abgeschlossen sein. Die Entwicklungsagentur V West hat dafür mit demselben Vertrag einen Grundstock von 18,4 Millionen Lei zu Verfügung gestellt. Der Vertrag zwischen dem Reschitzaer Rathaus – dem Verwalter des gesamten Schulwesens in Reschitza – und der Entwicklungsagentur ADR West wurde bereits im März dieses Jahres unterzeichnet. Mit Beginn der Sommerferien starten jetzt, nach Entscheid über den Bauausführer (per Ausschreibung), die Arbeiten, erst mal mit der Einrichtung der Baustelle.
Die Kunst- und Musikschule „Sabin P²utza“ trägt den Namen eines der produktivsten und international bekanntesten rumänischen Komponisten der Neuzeit, des im Reschitza eingemeindeten Câlnic geborenen Komponisten, Dirigenten, Pianisten und Jazzmans, des Hochschullehrers i.R. Prof.Dr.Dr. Sabin P²utza (geb. 08.02.1943), der im Reschitzaer Vorort Moniom, nach rund 25 Jahren als Chefdirigent und Musikalischer Direktor des Plainfield Symphony Orchestra aus New Jersey/USA, seinen (immer noch sehr aktiven) Lebensabend verbringt – mit Unterbrechungen wegen Konzerten und Lehrveranstaltungen vorwiegend in Klausenburg („G.Dima“-Musikhochschule), vor allem aber in Jassy, wo er auch seine Hochschul- und Dirigenten- und Orchesterchef-Karriere gestartet hatte.
Die Reschitzaer Schule, deren Hauptziel die Kunst- und Musikerziehung ist (was sehr viel Individualunterricht vom Lehrer zum Schüler voraussetzt, daher eine ungewöhnlich hohe Lehrerzahl), wurde eigentlich 1949 gegründet und ist eine Fortsetzung der von den Reschitzaer Werken (beginnend mit der StEG, und fortgesetzt durch die UDR der Zwischenkriegszeit) unterstützten früheren Initiativen des Vokationalunterrichts im Banater Bergland. 1954 wurde wurde diese Unterrichtslinie mit Grund-, Pflicht- und Mittelschule durch die Streichung des Mittelschulzyklus´ unterbrochen, um erst 1990-91 wieder aufgenommen zu werden durch die Gründung des Lyzeums mit Bakkalaureatsabschluss. Seit 2005 trägt die Schule den Namen des Musikers Sabin P²utza, der auch persönlich sehr rege die Schule und ihre Veranstaltungen unterstützt.
Heute besuchen 420 Schüler den Vorschul- und Grundschulunterricht, das Gymnasium und das Lyzeum. Sie werden von rund 80 Lehrern in zwei durchgehenden Parallelklassen – Musik und bildende Kunst – unterrichtet in zwölf Klassensälen, drei Malereiateliers, einem Informatiklabor, drei Sälen für „theoretische Studien“, einem Konzertsaal (der „Lira“-Saal), einem Sportsaal und 21 individuellen Studien- und Übungsräumen für die Musiker.
Dazu Bürgermeister Ioan Popa (in dessen bisher zweieinhalb Mandaten – im Mai 2026 waren es zehn Jahre, seit er immer wieder mit einer Mehrheit um die Dreiviertel aller Stimmen gewählt wird – sämtliche Schulen der Stadt generalsaniert und neuausgestattet wurden – bisher bis auf die „Sabin P²utza“-Schule …): „Die Sanierung und Modernisierung des Lyzeums für Kunst und Musik „Sabin P²utza“ stellt ein bedeutendes Projekt dar: dadurch wird die schulische Einrichtung als Institution ein reelles Plus für die Schüler- und Lehrerschaft erbringen. Es handelt sich um viel mehr als um eine Investition in eine Immobilie – es ist eine Investition in Talente, Kreativität und in die Zukunft unserer Stadt.“
Saniert werden sollen sämtliche Installationen – thermisch, elektrisch, sanitär, Brandschutz – die Schulimmobilien sollen wärmegedämmt, die Klassenräume mit modernen Klima- und Ventilationsanlagen ausgestattet werden, Sicherheitsanlagen werden eingebaut werden, aber auch die Zugänglichkeit – zu Fuß und per Auto – soll, mitsamt einer Gesamt-Umgestaltung des Innenhofs, verbessert werden. Parkplätze werden angelegt. Es soll ein Multifunktions-Sportplatz entstehen, neben der bereits vorhandenen Sporthalle. Im Endstadium soll die Schule auch neu ausgestattet werden, sowohl mit allen nötigen (weil hier unterrichteten) Musikinstrumenten, als auch mit entsprechendem Bedarf für die Malerei- und auf bildende Kunst spezialisierten Klassen.
„Schließlich geht es um die Zukunft der Kunst in Reschitza, im Banater Bergland, in Rumänien, aber auch, warum nicht? – in der Welt!“, so der Bürgermeister. Zu den geplanten Vorhaben gehört auch die Neuausstattung des Konzertsaals „Lira“ der Schule (gebaut nach einem Entwurf des überragenden Banater Raumakustikers und Architekten Hans Fackelmann), mit neuer Ton- und Lichttechnik. Zudem bekommt die Schule einen neuen Vortrags-Übungssaal für die angehenden Vokal- und Instrumentalsolisten.
Nochmal Bürgermeister Ioan Popa: „All das haben meine Kollegen aus dem Rathaus von der einschlägigen Abteilung für Investment und für die Akquirierung von Mitteln dazu ausgedacht: Endziel ist, dass dieses Projekt einen entscheidenden impulsgebenden positiven Einfluss auf die Bildungsinfrastruktur und die Qualität des Erziehungs- und Bildungsvorgangs haben soll. Damit wird für die Gemeinschaft ein Plus an Positivem geboten: die Möglichkeit, dort Aktivitäten zur sozialen Inklusion zu gestalten, nationale und internationale Wettbewerbe zu veranstalten (es gibt bereits den viel Anerkennung bringenden „Sabin P²utza“-Klavierwettbewerb FISP, d. i. „Festivalul Interna]ional Sabin P²utza“, der alljährlich im Frühherbst stattfindet und wo der Altmeister den Juryvorsitz ausübt – wk), ein regelmäßiges Konzertprogramm einzurichten.“
Das Projekt „Sanierung und Ausstattung des Kunst- und Musiklyzeums ´Sabin P²utza´“ist Teil des Institutionellen Strategischen Plans 2025-2028 des Bildungsministeriums, Zielgruppe 2: Erhöhter Zugang und vermehrte Partizipation an einer hochwertigen und chancengerechten Erziehung und Bildung für alle Kinder und Schüler des voruniversitären Unterrichtswesens. Zudem liegt es in Richtung einer der Vorgaben des von der EU (unter gewissen Voraussetzungen) finanzierten milliardenschweren PNRR-Programms Rumäniens, demzufolge die Infrastruktur des Bildungswesen Rumäniens an gegenwärtige Bedürfnisse und nachhaltige Anforderungen anzupassen ist: Resilienz, Digitalisierung, soziale Inklusion begünstigend. Regional gesehen ist es ein Beitrag zur Säule 4 – Bildung, Gesundheitswesen, leistungsfähige soziale Systeme, im Rahmen der Priorität 1 der Entwicklungsstrategie der Westregion 2021-2027: Sicherung des inklusiven Zugangs zu Bildung, Modernisierung der schulischen Infrastruktur, im Einklang mit aktuellen Erfordernissen des Bildungssystems und des Arbeitsmarktes.
Der Neubau des Reschitzaer Lyzeums für bildende Kunst und Musik „Sabin P²utza“ ist ein Projekt aus den 1980er Jahren, als man an der Reißbrettgestaltung des Schnittpunkts der Achsen der Reschitzaer Neustadt Govândari/Lunca Bârzavei arbeitete. Damals entstand als erstes das Gebäude des Museums des Banater Montangebiets, MBM, das der einzige Museumsneubau aus kommunistischer Zeit auf dem Gebiet Rumäniens bleiben sollte. Daneben entstand das heute nach „Sabin P²utza“ genannte Lyzeum, mit durchgängigen Klassenzügen von der Null- zur zwölften Klasse. Geplant war u.a. auch der Bau einer neuen Kreisbibliothek und eines repräsentativen Hotels, doch die Wende unterbrach auch Architektenträume. Heute liegt am Schnittpunkt der Hauptboulevards der Neustadt ein relativ großer Stadtpark, in den hineingebaut wurden ein Carrefour-Großkaufhaus samt Parkplatz, eine römisch-katholische Kirche (hauptsächlich mit Mitteln der Gläubigengemeinschaft Graz-Linkes Mur-Ufer, aus der Steiermark) und eine orthodoxe Kathedrale (gebaut hauptsächlich mit Staats-/Steuermitteln).






