Mir fällt in letzter Zeit etwas auf, besonders jetzt während der Fußball-WM: Viele Europäer kommen in die USA mit der Erwartung, ein Land am Rand des Chaos vorzufinden — und sind dann überrascht, wie normal und funktionierend der Alltag hier tatsächlich ist.
Ein Grund dafür ist, wie die amerikanische Politik in Europa dargestellt wird. Gerade in Deutschland wird vieles rund um Trump sehr moralisch gerahmt, oft basierend auf Medien aus Washington, New York oder Los Angeles, die aber nur einen kleinen Ausschnitt des Landes widerspiegeln. Dadurch entsteht ein Bild, das dramatischer, einheitlicher und deutlich negativer ist als das, was die meisten Menschen hier vor Ort erleben.
Das heißt nicht, dass man Trump mögen oder sein Verhalten gutheißen muss — ich habe selbst genug Einwände. Aber die europäische Wahrnehmung der USA hat sich von der amerikanischen Realität entfernt. Trump ist in Europa inzwischen eher ein Symbol als ein Politiker, und viele Reaktionen sagen mehr über europäische Sorgen aus als über die tatsächliche Lage in den USA.
Nur eine Beobachtung von jemandem, der zwischen beiden Welten lebt.




