Wort zum Sonntag: Net – Working: Netze nutzen, um Menschen zu begeistern

Im World Wide Web,  dem weltweiten größten Netz aller Zeiten, sind wir heutzutage fast alle unterwegs, sowohl beruflich als auch privat.  Es ist eine unbegrenzte Möglichkeit, auch für die Kirche, Menschen zu erreichen, sie zu begeistern für die Sache Jesu, für den Glauben, durch Andachten, Predigten, Angebote, Homepages u.v.m. 

Jesu Netz, mit dem er Menschen heranziehen und erreichen wollte, war das Wort. Gottes Wort. Er warf es aus, indem er predigte, heilte, lehrte, wohin er auch ging. So tut er es auch in der Geschichte, die für diesen Sonntag vorgesehen ist: Menschen gehen ihm in sein Netz am See Genezareth, wo er predigte. Die Menschen hören ihm zu, bedrängen ihn, so dass er kaum Raum findet und auf das Boot des Fischers Simon Petrus ausweicht, um etwas weiter weg vom Ufer predigen zu können.

Nun wird unser Blick auf Petrus gelenkt, der sich gerade in einem seiner erfolglosen Augenblicke befindet. Er hat die ganze Nacht draußen auf dem See verbracht und hat nichts gefangen, sein Netz liegt leer und zerrissen vor ihm. In diese aussichtslose Situation hinein gibt Jesus Simon den Auftrag: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und wirf deine Netze aus!“ 

Am helllichten Tag macht es keinen Sinn, Fische zu fangen. Ohnehin waren sie ja schon die ganze Nacht draußen, erfolglos. Letzten Endes macht er doch, was Jesus ihm rät, er hört nicht auf sein eigenes Wissen, sondern vertraut auf Jesu Wort – „auf dein Wort hin“, heißt es. Und dann geschieht das Unerwartete – viele Fische gehen ihm ins Netz. 

Simon Petrus Leben verändert sich durch die Begegnung mit Jesus. Er wird zum Menschenfischer, er, zusammen mit Jakobus und Johannes. Viele Jahre folgen, in denen sie die Netze auswerfen für Jesu Sache. Als Jesus noch mit ihnen ging auf Erden, schien alles leichter, doch auch später bleibt Petrus ein Vorbild im treuen „Netze auswerfen“, selbst wenn er nicht sofort etwas vorzuweisen hatte. Sein Werkzeug war ein leeres Boot und ein leeres Netz. 
Genau in so einem schwachen Moment des Fischerdaseins trifft Simon Petrus auf Jesus, mit einem leeren Netz. Genau deshalb der richtige Mann für Jesus. Es sind Menschen, die sich auf nichts berufen können, sie kennen Erfolg und Misserfolg, Leere und Fülle, sie lassen sich immer wieder auf ein Risiko ein, indem sie rausfahren auf den See, ohne zu wissen, ob sie was fangen. 

Menschenfischer zu sein, unterscheidet sich kaum vom Fischerberuf. Man hat nichts Konkretes aufzuweisen, manchmal nur ein leeres Netz und ein leeres Boot, die Worte im Mund, die man wie ein Netz auswirft. Manchmal kommt man mit leeren Netzen zurück nach Hause und weiß nicht, wie es morgen aussehen wird. Doch dann gibt es auch immer wieder die Fänge, wo Gottes Wort hundertfach Frucht bringt. Und genau für diese Momente, die nicht vorhersehbar sind, sollen Fischer arbeiten. Dafür lohnt es sich.

Wir, die einen hauptberuflich, andere ehrenamtlich, sind auch immer wieder solche Menschenfischer. Jesus beauftragt uns, Menschen für seine Sache zu begeistern, seine Botschaft hinauszutragen in die Welt um uns herum. Oft geht es uns wie Petrus in dieser Geschichte und wir verzweifeln, wenn wir auf unseren Misserfolg sehen, auf vergebliches Arbeiten. Wir werfen täglich unsere Netze aus – wir schicken Einladungen, schreiben Gemeindeblätter, Anzeigen, drucken Plakate, bereiten uns vor für diverse Veranstaltungen, machen Besuche, u.v.m. Jedoch bleibt das Netz fast leer.

Was wir haben, ist unser Netz. Ein Netz, geflochten aus Geschichten, aus Gaben und Fähigkeiten, aus Worten, jeder sein eigenes und einzigartiges Netz. Und dieses dürfen und sollen wir nutzen, um Menschen immer wieder und neu zu begeistern für Jesu Sache.