Atomreaktor bei Cernavodă wegen Niedrigwasser abgestellt

Atomkraftwerk Cernavodă | Archivfoto: IAEA Imagebank / Wikimedia Commons

Bukarest/Cernavodă (ADZ) - Einer der Reaktoren beim Atomkraftwerk Cernavodă wurde am Dienstag wegen dem außergewöhnlich niedrigen Wasserstand an der Donau abgestellt. Wie das Betreiberunternehmen Nuclearelectrica bereits am Montag in einer Börsenmeldung bekannt gegeben hatte, handelt es sich um eine präventive Sicherheitsmaßnahme, sollte sich die Lage nicht verbessern, sei es auch möglich, dass beide Reaktoren abgeschaltet werden.

Das Energieministerium, Hauptaktionär bei Nuclearelectrica, gab am Montag seinerseits bekannt, dass die Maßnahme nötig sei, um die Pumpanlagen für das Kühlsystem zu schützen, und mögliche langwierigere Reparaturarbeiten zu vermeiden. Die Konsumspitzen für diese Woche werden bei rund 7300 Megawatt (MW) erwartet, davon werden voraussichtlich 4000 bis 4300 MW intern produziert und der Rest aus Importen abgedeckt – Risiken für die Stromversorgung sieht das Ministerium dabei nicht. Außerdem sei auch nicht mit erhöhten Stromkosten für Privathaushalte zu rechnen, da die Vertagspreise für das gesamte Jahr festgelegt seien. Des Weiteren kündigte das Ministerium an, dass am Dienstag Speichereinheiten mit einer Leistung von 176 MW sowie Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit einer Leistung von 148 MW ans Stromnetz angeschlossen werden sollten. 

Eine Momentaufnahme des Netzbetreibers Transelectrica von Dienstagmittag zeigte, dass von einer Stromproduktion von etwa 6300 MW rund 40 Prozent bzw. fast 2500 MW aus Solarenergie stammten. Nuklearkraft kam noch auf etwa 1000 MW (etwa 16%), Windkraft, Kohlenwasserstoffe (Gas und Öl) sowie Kohle lagen jeweils bei etwa 800 MW (12-13%) und Wasserkraft trug lediglich etwas über 300 MW (5%) bei.