Leichter Anstieg an Touristenankünften aus dem Ausland in Rumänien

Kronstadt von der Zinne gesehen | Archivfoto: Christian Binder

Bukarest (ADZ) - In den ersten fünf Monaten dieses Jahres verzeichnete der rumänische Tourismus insgesamt 8.128.500 Übernachtungen, so berichtet der rumänische Hotelverband (Federația Industriei Hoteliere din România/FIHR) in einer Mitteilung auf Facebook. Bei den Ankünften von ausländischen Touristen gab es eine Zunahme von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Darüber hinaus lässt sich jedoch eine Veränderung im Profil der Herkunftsmärkte und bevorzugten Reiseziele in Rumänien beobachten“, so der Tourismusverband weiter. Laut ihm gebe es nämliche einen deutlichen Anstieg der Touristenzahlen aus dem angelsächsischen Raum (USA und Großbritannien). Touristen aus diesen Ländern bevorzugen längere Aufenthalte, geben mehr Geld aus und suchen nach authentischen Erlebnissen, insbesondere in Siebenbürgen und Maramureș. Deutschland bleibt zwar weiterhin ein wichtiger Markt, doch das Besucherprofil verändert sich: Es kommen weniger organisierte Gruppen, dafür mehr Geschäftsreisende und junge Leute, die von Festivals und Veranstaltungen angezogen werden. 

Laut dem Verband zeichnen sich verschiedene Ziele-Kategorien im Land ab: Ein „Wirtschaftspol“ bestehend aus Bukarest, Klausenburg/Cluj und Temeswar/Timișoara, in den der Großteil der Touristen aus Deutschland und Italien, mit einer konstant hohen Nachfrage nach 4- und 5-Sterne-Hotels reisen. Ein „Kulturpol“ mit den Landeskreisen Brașov, Sibiu und Bihor, der bei Touristen aus den USA und Frankreich besonders beliebt ist, wobei sich Großwardein/Oradea nach dem Beitritt zum Schengen-Raum als „Tor zum Westen“ etabliert und nicht mehr nur ein Transitpunkt ist, sondern zu einem eigenständiges Reiseziel geworden ist. 

Auch das Buchungsverhalten hat sich verändert, so FIHR. Der Beitritt zum Schengen-Raum hat spontanes Reisen gefördert, und über 45 Prozent der Buchungen für Städtetrips nach Bukarest, Kronstadt/Brașov und Großwardein erfolgen weniger als sieben Tage vor Anreise. Parallel dazu werden über 75 Prozent der Übernachtungen über mobile Geräte gebucht.

Defizit mit Ausland im Tourismus steigt

Die Leistungsbilanz-Daten der Nationalbank (BNR) zeigen auch eine leichte Zunahme bei den Einnahmen von ausländischen Touristen auf. Im Zeitraum Januar bis Mai dieses Jahres hat Rumänien im Tourismus Dienstleistungsimporte von 1,832 Milliarden Euro verzeichnet, im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,754 Mrd. Euro. Gleichzeitig haben Exporte deutlicher zugenommen, mit 3,907 Mrd. Euro haben rumänische Touristen, trotz der aktuell wirtschaftlich angespannten Lage, um 600 Mio. Euro mehr als vor einem Jahr im Ausland ausgegeben. Das Defizit bei Tourismusdienstleistungen ist um rund eine halbe Milliarde Euro auf 2,075 Mrd. Euro gestiegen.