Bukarest (ADZ) - Der zweite Reaktorblock des Atomkraftwerks (AKW) Cernavodă ist am Donnerstag am Netz geblieben — zumindest vorerst. Der Kraftwerkbetreiber Nuclearelectrica hatte am Dienstag den ersten Reaktor kontrolliert heruntergefahren und am Mittwoch angekündigt, dass am Donnerstagvormittag wegen dem äußerst niedrigen Wasserstand an der Donau die gesamte Anlage vom Netz genommen werden sollte. Donnerstagmittag kündigte das Unternehmen in einer Börsenmitteilung an, dass momentan der Betrieb noch in Sicherheit weiterlaufen könne, jedoch werde die Situation kontinuierlich beobachtet und jederzeit könnte auch das Herunterfahren des zweiten Reaktors nötig werden.
Laut dem Amt für Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (INHGA), deren Prognosen und Daten die Entscheidungen von Nuclearelctrica grundlegend beeinflussen, war jüngst die Durchflussmenge an der Donau bei Landeseintritt 1600 Kubikmeter pro Sekunde. Der mehrjährige Durchschnitt für den Monat Juli liegt demnach fast drei Mal höher bei 4700 m3/s.
Das Donauwasser wird zur Kühlung der Reaktoren bei Cernavodă verwendet. Nuclearelectrica gab am Mittwoch an, dass neben der atomaren Sicherheit auch die Funktionsfähigkeit der Installationen berücksichtigt und gegebenenfalls geschont werde.
Zu Spitzenverbrauchszeiten am Abend werden in Rumänien etwa 7000 bis 7500 Megawatt elektrische Energie verbraucht, wie aus Daten des Stromnetzbetreibers Transelectrica für die vergangenen Wochen hervorgeht. Die Produktion liegt dabei rund 1500 bis 2000 MW tiefer, die Differenz wird jeweils durch Importe aus den Nachbarländern abgedeckt. Die einzigen Atomkraftwerke in Ungarn bei Paks sowie in Bulgarien bei Kosloduj liegen ebenfalls an der Donau und sind auch vom niedrigen Wasserstand betroffen. Laut Medienberichten wurde die Produktion in den beiden AKW bereits gedrosselt.





