Erfahrungsaustausch mit deutscher Minderheit in Ungarn zu Bildung

Bukarest/Klausenburg/Fünfkirchen – Im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs zwischen den deutschen Minderheiten in Rumänien und Ungarn im Bereich Bildung hat vom 1. bis 4. Oktober eine 18-köpfige Gruppe von pädagogischen Fachkräften aus Rumänien Fünfkirchen/Pécs und die umliegenden ungarndeutschen Ortschaften besucht. Die Studienreise fand als Gegenbesuch ungarndeutscher Lehrkräfte in Rumänien im Vorjahr statt. Ziel war, die bestehenden Kontakte zu vertiefen und Bildungslandschaft sowie kulturelles Leben der Ungarndeutschen näher kennenzulernen. Die rumänische Delegation umfasste Pädagogen aus dem deutschsprachigen Kindergartenbereich, Lehrkräfte des Bukarester Bilingualen Kollegs „George Coșbuc“ und eine Vertreterin der Klausenburger Babeș-Bolyai-Universität.

Ein Besuch im Lenau-Haus in Fünfkirchen lieferte Einblicke in die Arbeit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, der Deutschen Selbstverwaltung in Fünfkirchen, des Lenau-Vereins, des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ), der Universität Pécs (PTE) sowie des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK) im Einsatz für die Bewahrung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache, Kultur und Bildung.

In Nadasch/Mecseknádasd wurde der Schlosskindergarten besucht, gefolgt von einer Schulbesichtigung mit Unterrichtshospitation, Buchvorstellung und Diskussionen sowie einer Führung entlang des ungarndeutschen Lehrpfads.

In Baje/Baja lieferte der Besuch des Ungarndeutschen Bildungszentrums Einblicke in die Bildungslandschaft, während sich der dortige Landeslehrpfad mit der Geschichte der Ulmer Schachtel als Symbol der Geschichte der Donauschwaben befasst. In Nimmesch/Himesháza nahm die Delegation an einem Weinlesefest und einem Chorjubiläum teil. Ein reichhaltiges kulturelles Rahmenprogramm, Museumsbesuche und Stadtführungen rundeten das Programm ab.

„Die fachlichen Gespräche, die diese Tage so wertvoll machten, eröffneten neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen und Möglichkeiten der deutschsprachigen Bildungsarbeit und gaben wichtige Impulse für zukünftige Kooperationen“, resümiert die Klausenburger Deutschlehrerin Andrea Szász im Namen der Delegation. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert.