Sathmar – Im Schwabenhaus wurde Ende September mit Musik, Tanz, schwäbischen und bayerischen Spezialitäten sowie frisch gezapftem Bier gefeiert.
Am letzten Septemberwochenende füllte sich der Hof des Schwabenhauses erneut mit Leben. Am Samstagnachmittag wurde um 14 Uhr das zweitägige Herbstfest offiziell eröffnet. In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Oktoberfeststimmung sowie der schwäbischen und bayerischen Traditionen. Nach kurzen Begrüßungsansprachen wurde auch das Bierfass angestochen. Anschließend wurde das frisch gezapfte Bier an die Besucher ausgeschenkt.
Den Auftakt der Begrüßungsrunde machte Josef Hölzli, Vorsitzender des Regionalforums Nordsiebenbürgen. Er freute sich über das gute Wetter und wünschte den Gästen eine angenehme Zeit und viel Spaß. Gleichzeitig lud er die Besucher dazu ein, die für das Fest zubereiteten Spezialitäten zu probieren. Sein Dank galt allen, die an der Vorbereitung der Veranstaltung beteiligt gewesen waren.
Anschließend begrüßte Johann Leitner, Vorsitzender des Kreisforums Sathmar, die Anwesenden. Die Schwaben seien für ihre Arbeitsamkeit und ihren Fleiß bekannt, sagte er, doch sie würden auch gerne feiern. Diese Tradition reicht weit zurück: In den schwäbischen Gemeinden wurden schon früher neben den religiösen Feiertagen jedes Jahr größere Feste veranstaltet. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt. Das Demokratische Forum der Deutschen organisiert jährlich mehr als 50 Veranstaltungen in verschiedenen Ortschaften des Kreises Sathmar.
Leitner erinnerte daran, dass die Deutsche Jugendorganisation Sathmar Gemeinsam Anfang September mit Unterstützung des Forums bereits das Erntedankfest veranstaltet hatte. „Wir wollten hinter den Jugendlichen nicht zurückbleiben“, erklärte er und verwies damit auf die Idee, auch seitens des Forums ein eigenes Herbstfest zu organisieren.
Immer wieder sei das Forum außerdem gefragt worden, wann es in Sathmar endlich ein Oktoberfest geben werde. Deshalb habe man sich entschieden, ein Herbstfest zu veranstalten, das bayerische Traditionen mit der Kultur der Sathmarer Schwaben verbindet. So treffen bei der Veranstaltung deutsche und schwäbische Musik und Tänze auf bayerische Würste und Sathmarer Strudli. Nur eine Kombination sei bislang nicht gelungen: deutsches Bier mit schwäbischem Wein zu verbinden. Leitner hatte dafür jedoch bereits eine Idee: Seiner Meinung nach wäre es an der Zeit, auch ein schwäbisches Weinfest zu veranstalten.
Den Abschluss der Begrüßungsrunde bildete Stefan Kaiser, Vorsitzender des Stadtforums Sathmar und Hauptorganisator des Festes. Er ging auf die Geschichte des Oktoberfestes ein, dessen Tradition bis ins Jahr 1810 zurückreicht. Damals wurde in München die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese mit einem großen Fest gefeiert. Die Feier kam so gut an, dass sie in den folgenden Jahren wiederholt wurde und sich daraus schließlich das weltberühmte Oktoberfest entwickelte.
Auch beim Herbstfest in Sathmar gehe es um ein einfaches Ziel, sagte Kaiser: gemeinsam mit Freunden und Bekannten, bei gutem Essen und dem einen oder anderen Glas Bier, einen schönen Tag zu verbringen. Den Besuchern gab er dabei eine besondere „Regel“ mit auf den Weg: Nicht entscheidend sei, wer am meisten Bier trinken könne, sondern wer am meisten lachen könne.
Anschließend folgte einer der Höhepunkte der Eröffnung: Csaba Pataki, Vorsitzender des Kreisrates Sathmar, und der Präfekt des Kreises Sathmar, Tamás Altfatter, stachen gemeinsam mit Altfatters Sohn das Bierfass an. Das frisch gezapfte Bier wurde danach an die Gäste ausgeschenkt und damit das Fest offiziell eröffnet.
Für den ersten musikalischen und tänzerischen Höhepunkt sorgten die Jugendlichen der Deutschen Jugendorganisation Sathmar Gemeinsam und des Johann-Ettinger-Lyzeums. Mit ihren Tänzen verbreiteten sie schnell gute Stimmung auf dem Festgelände. Ihnen folgte der Air-Chor des Stadtforums Sathmar mit stimmungsvollen Volksliedern. Anschließend begeisterte die Gute-Laune-Tanzgruppe mit ihren flotten Tänzen das Publikum. Der Schwäbische Männerchor Großkarol-Petrifeld-Sathmar rundete das Festprogramm ab.
Auch am Nachmittag und Abend wurde im Hof des Schwabenhauses weitergefeiert. Neben Bier und schwäbischen und bayerischen Spezialitäten bot das Herbstfest somit reichlich Gelegenheit für Musik, Tanz und geselliges Beisammensein.
Am Sonntag wurde das Herbstfest nach der deutschsprachigen Messe im Hof des Schwabenhauses fortgesetzt. Die Gute-Laune-Tanzgruppe sorgte mit ihrem Auftritt im wahrsten Sinne des Wortes für gute Laune. Bei kulinarischen Spezialitäten und Oktoberfestmusik genossen die Besucher die gesellige Atmosphäre bis in die späten Abendstunden. Manche Gäste schwangen dabei sogar selbst das Tanzbein.
