Das von „Secours Catholique – Caritas France“ finanzierte Projekt mit dem Titel „In der virtuellen Welt – Kinder und Online-Sicherheit“ wurde 2021 vom Caritas-Verband Rumäniens in Zusammenarbeit mit sieben diözesanen und eparchialen Caritas-Organisationen des Landes entwickelt. Die Initiative entstand als direkte Reaktion auf die Herausforderungen des Online-Unterrichts während der Covid-19-Pandemie und konzentrierte sich insbesondere auf Kinder aus benachteiligten Verhältnissen, die die von den Caritas-Organisationen unterstützten Tagesstätten und Nachmittagsbetreuungsangebote besuchten. Im Dezember 2021 wurde das Dokument „Richtlinie zum Kinderschutz“ erarbeitet, um sicherzustellen, dass alle Einrichtungen einen geschützten digitalen Raum bieten.
Das Projekt fand am 24. und 25. September 2026 in Temeswar in der „Casa Calfelor Kolping“/ Kolpinghaus-Gesellenhaus mit einer internationalen Konferenz unter dem Titel „Jenseits der Bildschirme: Verantwortung, Instrumente und Praktiken für die Sicherheit von Kindern in der digitalen Welt“ seinen Abschluss.
Was verbirgt sich hinter den Bildschirmen? Dort liegt die Neugier der Kinder, etwas Neues zu erkunden und zu entdecken. Dort gibt es viel Spaß, aber auch viel neues Wissen. Gleichzeitig verbirgt sich hinter den Bildschirmen eine Welt, die nur wenige Kinder aus bedürftigen Familien kennenlernen konnten und in der sie somit lernen, sich vor den Gefahren zu schützen, die manche virtuellen Räume bergen.
„Die Konferenz hat zum Ziel, die Ergebnisse des Projekts zu verbreiten, bewährte Verfahren zwischen der Republik Moldau, Polen, Rumänien, der Ukraine, Ungarn und Serbien auszutauschen und wirksame Strategien für eine sichere Navigation in der digitalen Welt zu erarbeiten. Darüber hinaus werden wir die Möglichkeit haben, gemeinsame zukünftige Maßnahmen zu planen, um das Internet zu einem sichereren Ort für unsere Kinder zu machen“, heißt es in der Einladung der Caritas-Konföderation Rumänien, unterzeichnet von Thomas Hackl, Leiter der humanitären Hilfsprogramme der Caritas-Konföderation Rumänien.
Zu dem Projekt erklärte Herbert Grün, Geschäftsführer des Caritas-Verbandes der Diözese Temeswar, gegenüber der Pressestelle der Diözese Temeswar Folgendes: „Das Hauptziel des Projekts ist es, die Sicherheit im Internet für Kinder aus sozial benachteiligten Gruppen zu gewährleisten, die unsere Tagesstätten besuchen. In unserem Fall wurden die Tagesstätte in Periam, das „Haus Pater Berno“ und die Tagesstätte in Bakowa einbezogen, wo nach dem vom Projekt vorgeschlagenen Konzept gearbeitet wurde, um den Schülern der Klassen 5 bis 8 konkret und praxisnah beizubringen, worauf sie im Internet achten müssen – angefangen bei der einfachen Entscheidung, ob sie die Freundschaftsanfrage eines Fremden annehmen oder ablehnen sollen. Im Laufe der fünf Jahre fanden zudem mehrere Treffen mit den Verantwortlichen aus den teilnehmenden Ländern statt.“
Gemäß dem Programm nahmen die Anwesenden am 24. und 25. September an Vorträgen, einem strukturierten Dialog, einem interaktiven Erfahrungsaustausch, einem Besuch im Tageszentrum in Bakowa, der Ausarbeitung eines Aktionsplans und schließlich an der Auswertung der besprochenen Themen teil. Dazu gehörten die von Organisationen und Institutionen entwickelten Ressourcen, politische Maßnahmen und Vorschriften für digitale Gerechtigkeit und Inklusion sowie die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten von Erwachsenen. An der Auswertung nahmen Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, und Monsignore Johann Dirschl, Generalvikar und Generaldirektor des Caritasverbands der Diözese Temeswar, teil.
Im Rahmen der Bewertung betonte Doina Crângașu, Geschäftsführerin des Caritas-Verbandes Rumänien: „Unsere Konferenz trug den Titel ‚Jenseits der Bildschirme‘, denn aus unserer Sicht befindet sich dort ein Mensch und in unserem Fall ein Kind. Ein Kind mit Familie, mit Freunden, mit seiner eigenen Persönlichkeit, das versucht, sich selbst in einer neuen Welt zu entdecken.“
Thomas Hackl erklärte, dass dieses Treffen aus seiner Sicht eher ein Wegbeginn als ein Abschluss des Projekts und der Konferenz sei, und betonte, wie wichtig es sei, diese Zusammenarbeit fortzusetzen.
S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, hob in erster Linie die Rolle der Eltern und der Familie bei der Erziehung der Kinder hervor, damit diese „über die notwendigen Filter verfügen, um die Informationen aus der digitalen Welt zu verarbeiten, aber auch, um eine Atmosphäre des Vertrauens in der Familie zu schaffen, in der sich die Kinder sicher fühlen und ihre Eltern um Hilfe bitten können“. Gleichzeitig würdigte der Diözesanbischof die Arbeit der Mitarbeiter von Caritas Rumänien auch in diesem Bereich sehr.
Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, erklärte, dass „es eine sehr gewissenhafte, besondere und zugleich sehr schwierige Aufgabe ist, Kindern, aber auch Eltern beizubringen, einen gut strukturierten Tagesablauf zu haben, damit diese virtuelle Welt – sei es das Handy, der Computer oder sogar der Fernseher – nicht ihre Zeit und ihr Leben beherrscht“.
Das Treffen endete mit dem Segen für die Anwesenden durch S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof.
Auf die Frage der Pressestelle der Diözese Temeswar erklärten die Damen Edit Köles und Adél Csikai-Kiss, die im Auftrag der Katolikus Karitász – Caritas Catolic aus Ungarn angereist waren:
„Eines der Themen, die auf dieser Konferenz diskutiert wurden, war die Sicherheit: Wie können Kinder das Internet sicher nutzen und wie kann man den Erwachsenen, die sich um sie kümmern – zum Beispiel ihren Lehrern –, aber auch den Kindern, die aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen, dabei helfen? Es liegt auf der Hand, dass für ein Kind, das aus einem stabilen familiären Umfeld stammt, die Dinge viel einfacher sind – auch wenn sie nicht sicher sind –, aber dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass seine Familie und es selbst mit anderen Problemen konfrontiert sind als jemand, der aus einer benachteiligten Familie stammt. Wir werden in naher Zukunft ein ähnliches Projekt durchführen, daher war diese Konferenz für uns sehr nützlich. Was hier funktioniert, wird höchstwahr- scheinlich auch bei uns funktionieren. So haben wir beispielsweise gemeinsam mit den Kollegen aus Târgu Mureș/Neumarkt festgestellt, dass wir recht ähnliche Programme haben. Und wenn sie uns das nächste Mal besuchen, können wir auch in anderen Bereichen Erfahrungen austauschen. Außerdem sind persönliche Treffen sehr wichtig, denn es ist etwas ganz anderes, sich von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten, als sich online zu einem bestimmten konkreten Fall auszutauschen. Im Übrigen organisieren die katholische Caritas in Ungarn und der Caritas-Verband in Rumänien mehrere gemeinsame Programme und Veranstaltungen.“
