Sathmar/Halmeu – Die Nationale Antikorruptionsdirektion (DNA) hat am Grenzübergang Halmeu im Kreis Sathmar/Satu Mare insgesamt neun Zollbeamte und Grenzpolizisten festgenommen. Unter den Beschuldigten befinden sich die Leiter des Grenzpolizeisektors und des Grenzzollamtes Halmeu.
Ihnen wird vorgeworfen, eine organisierte kriminelle Gruppe gebildet und über einen längeren Zeitraum Bestechungsgelder kassiert zu haben.
Nach Angaben der DNA sollen die beiden Leiter gemeinsam mit weiteren Beamten ein dreistufig organisiertes System aufgebaut haben. Dabei sollen von Fahrern, die die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien passierten, regelmäßig Bestechungsgelder verlangt beziehungsweise entgegengenommen worden sein. Die einzelnen Zahlungen sollen zwischen 50 und 1900 Euro oder dem entsprechenden Gegenwert in anderen Währungen gelegen haben.
Den Ermittlern zufolge sollen die gesammelten Gelder innerhalb der Gruppe verteilt worden sein. Ein Teil soll an die Führungsebene weitergeleitet worden sein. Gegen einen der Beschuldigten, den Leiter des Grenzpolizeisektors Halmeu, besteht zudem der Verdacht, von einem Untergestellten monatlich 4000 Euro verlangt zu haben. In einem anderen Fall soll der Leiter des Grenzzollamtes innerhalb weniger Tage insgesamt 800 Euro von einem unterstellten Zollbeamten erhalten haben.
Bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurden nach Angaben der DNA insgesamt mehr als 300.000 Euro beziehungsweise entsprechende Geldbeträge in anderen Währungen sichergestellt.
Neben den neun Festgenommenen wird gegen weitere 38 Grenzpolizisten und Zollbeamte ermittelt. Ihnen wird ebenfalls die Beteiligung an der mutmaßlichen kriminellen Gruppe beziehungsweise die Annahme von Bestechungsgeldern vorgeworfen.
Acht der neun Festgenommenen sollten am 6. Oktober dem Kreisgericht Bihor mit dem Antrag auf Anordnung einer 30-tägigen Untersuchungshaft vorgeführt werden.
