Literaten laufen Sturm gegen Kulturminister

Kulturminister Andras Demeter | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Die Schriftstellerwelt ist in Aufruhr, nachdem Kulturminister Andras Demeter eine Kinobehörde mit der Betreuung der rumänischen Präsenz als Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse 2028 beauftragt hat. Von überall prasselten Ironie und Kritik auf Demeter ein: „Es ist, als würden bildende Künstler das Enescu-Festival leiten. Oder Ballett-Tänzer das TIFF“, spottete der Hermannstädter Autor Radu Vancu. Auch der Chef des Schriftstellerverbandes, Varujan Vosganian rügte, dass das Amt für Film und Kulturinvestitionen (OFIC) mit „Literaturprojekten und dem rumänischen Buchmarkt nichts am Hut habe“. Der Kulturminister rechtfertigte sich auf Facebook: Das Rumänische Kulturinstitut (ICR), das hiesige Pendant zum deutschen Goethe-Institut, habe das Angebot abgelehnt. Das staatliche Unternehmen Artexim, Ausrichter des Enescu-Festivals in Bukarest, habe auch nicht in die Rolle des Betreuers gepasst. So sei man zum Schluss gekommen, den Auftrag an eine „junge, flexible Institution“ zu vergeben, die bereits Ergebnisse vorzeigen könne.