Tormac – Mehr als ein Jahrhundert nach der Stiftung einer historischen Feuerwehrfahne ist ein Nachfahre der Familie Duka de Kádár am Anfang voriger Woche nach Tormac im Kreis Temesch/Timiș zurückgekehrt. Dietrich Herzog, der heute in Österreich lebt, besuchte die Gemeinde und setzte sich dort mit der Geschichte seiner Familie sowie deren Verbindung zu Tormac (ungarisch: Végvár) und dem eingemeindeten Dorf Cadăr auseinander. Empfangen wurde er von Bürgermeister Dănuț Pop, der über den Besuch auf seiner Facebook-Seite postete.
Dietrich Herzog ist ein Nachfahre von Baron Petru Duca de Cadăr (1756–1822), General der habsburgischen Armee und Militärkommandant des Banats. Der Baron war eng mit der Entwicklung des Gutes Cadăr verbunden und wurde nach seinem Tod in der Familiengruft unter der Kirche von Cadăr beigesetzt.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand auch eine historische Fahne der Freiwilligen Feuerwehr von Tormac. Die Feuerwehr wurde am 26. Februar 1887 gegründet. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens erhielt sie am 20. Oktober 1912 eine eigene Fahne, die feierlich gesegnet wurde und bis heute erhalten geblieben ist. Ihre Geschichte wurde unter anderem von der Museografin Hedy Kiss vom Banater Museum dokumentiert.
Eine besondere Verbindung besteht dabei zum Dorf Cadar: Fahnenpatin war die aus einer wohlhabenden Familie in Cadăr stammende Ehefrau von Baron Géza Duka de Kádár, geborene Nikolics. Die Familie unterstützte die Freiwillige Feuerwehr und beteiligte sich an der Bestellung und Finanzierung der Fahne. Das aus rotem Damast gefertigte und mit goldfarbenen Metallfäden bestickte Stück trägt historische Feuerwehrsymbole wie Helm, Äxte, Haken, Leiter, Seil, Schlauch und Eimer. Auf einer Seite sind der Name der Freiwilligen Feuerwehr von Tormac – damals Végvár – und die Jahreszahl 1912 zu lesen. Die andere Seite trägt den ungarischen Wahlspruch „Istennek dicsöség / Egymásnak segítség“ – „Gott zur Ehre / Einander zur Hilfe“. Auch die Fahnenstange dokumentiert die Geschichte der Gemeinschaft. Ursprünglich waren daran 355 Messingplättchen mit den Namen von Unterstützern, Vereinen und Feuerwehren angebracht. Die Fahne überstand zwei Weltkriege sowie zahlreiche politische und administrative Veränderungen und wird heute in Tormac aufbewahrt.
114 Jahre nach ihrer Segnung erhielt die Fahne durch Herzogs Besuch erneut eine besondere Bedeutung: Ein Nachfahre jener Familie, die zu ihrer Entstehung beigetragen hatte, konnte das historische Stück in Tormac besichtigen. An dem Treffen nahmen auch Armin Jurca und Ovidiu Butuc teil, die bei der Übersetzung der Gespräche halfen, sowie Pataki Arcadie, Leiter des Freiwilligen Dienstes für Notfallsituationen (SVSU) Tormac.
