Bukarest (ADZ) – Der frühere Regierungs- und PSD-Chef Victor Ponta erachtet das Kabinett des designierten Premierministers Luca Niculescu als „letzte Chance“ vor einem „nationalen Desaster“, das sowohl fiskal- als auch wirtschaftspolitisch sowie sozial außer Kontrolle geraten dürfte. Auch für die politische Klasse stelle das Kabinett Niculescu de facto die letzte Rettung vor einem „kollektiven Selbstmord“ dar – entsprechend sei seine Splitterfraktion UPR gewillt, der neuen Regierung vorbehaltlos das Vertrauen auszusprechen, sagte Ponta.
Harsche Kritik übte der Ex-PSD-Vorsitzende dabei vor allem an seinen ehemaligen Parteikollegen: Von Reportern auf die Forderung von PSD-Chef Sorin Grindeanu nach einer Neuauflage der Koalition mit den Liberalen und dem UDMR angesprochen, entgegnete Ponta, seine früheren Kollegen und deren „Politspielchen“ längst nicht mehr zu verstehen – die Strategie der PSD wirke abstrus sei daher für ihn völlig unverständlich. Zu allem Unglück würden derartige Spielchen just zu einem Zeitpunkt getrieben, zu dem das Land faktisch vor dem Staatsbankrott stehe, fügte der mittlerweile zum ultrakonservativen Abgeordneten mutierte Ex-Sozialdemokrat hinzu.
Für Noch-Regierungs- und Liberalenchef Ilie Bolojan fand Ponta indes überraschend Worte des Lobes – dieser habe „äußerst vernüftig“ gehandelt, indem er dem designierten Premierminister die Stimmen der liberalen Parlamentarier in Aussicht gestellt habe. Seiner persönlichen Meinung nach sei Luca Niculescu ein für alle Fraktionen durchaus akzeptabler designierter Regierungschef – sollten er und sein Kabinett nämlich vom Parlament nicht bestätigt werden, würden im Fall vorgezogener Neuwahlen alle politischen Parteien ausgenommen der AUR „schmerzhaft draufzahlen“.
