Das Akronym CESC steht im Englischen für Communication and Education in Knowledge Society – Kommunikation und Bildung in der Wissensgesellschaft. Die sechste Konferenz knüpfte an die Tradition der vorangegangenen Veranstaltungen an; das Event wird traditionsmäßig von zwei Fakultäten der West-Universität Temeswar organisiert, der Fakultät für Governance und Kommunikationswissenschaften wie auch der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften. Diesmal kam es der ersteren zu, der Hauptveranstalter zu sein.
Medien- und Informationskompetenz für eine resiliente digitale Gesellschaft lautete das diesjährige Thema, wobei von der Bekämpfung der Desinformation, aber auch vom Verständnis von Unternehmenskommunikation in KI-vermittelten digitalen Umgebungen, KI-Kompetenzen und Bildung als Teil der Medienerziehung, oder von kooperativen Partnerschaften für nachhaltige Universitäten und GLAM-Einrichtungen (das sind im englischsprachigen Akronym Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen) oder der Bewältigung rechtlicher, ethischer und urheberrechtlicher Herausforderungen in der akademischen Praxis die Rede war.
Prorektor Doz. Dr. Mădălin Bunoiu hieß die Gäste am Donnerstag willkommen und hob die Bedeutung des akademischen Austausches hervor, wobei er auch seine Freude über die Aufstockung des Erasmus+ Programms ausdrückte. Lekt. Dr. Alexandru Jădăneanț, der Dekan der Fakultät für Governance und Kommunikationswissenschaften diagnostizierte die Atmosphäre in der Kommunikationssphäre heute: „Wir hatten noch nie so viele Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung; und trotzdem waren wir selten so unsicher, was wir glauben sollen.“ Im selben Sinne sprach auch Lekt. Dr. Ioana Vid, die Leiterin des Departements für Kommunikationswissenschaften an derselben Fakultät: „Eine der bedeutendsten Herausforderungen unserer Zeit ist, dass die Information sehr schnell kursiert, manchmal schneller als unsere Fähigkeit, diese zu verifizieren, zu verstehen und verantwortungsbewusst zu handhaben.“
Die Moderatorin der Eröffnungsveranstaltung Doz. Dr. Simona Bader-Jurj gab Doz. Dr. Mihai Predescu, dem Vizedekan der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften, das Wort, der die Bedeutung der Zusammenarbeit der beiden Fakultäten, unterstrich, welche die Tagung seit 2013 organisieren. Seitens der Gäste sprachen Doz. Dr. Victoria Bulicanu von der Staatlichen Universität Moldau und Doz. Dr. Ramadan Çipuri von der Universität in Tirana (Albanien).
Im Namen des Organisationsteams hat die Koordinatorin Doz. Dr. Maria Micle gesprochen, die schließlich die Tagung für eröffnet erklärte.
An den zwei ersten Tagen haben vier Keynote-Speakers bedeutende Themen der Gegenwart aufgeworfen und Input für Gespräche geliefert. Prof. Dr. Bruno Ferreira Costa von der Universität Beira Interior (Portugal) besprach „Die Auswirkungen und die Bedeutung sozialer Medien bei der Neugestaltung der Demokratie“ mit Hinblick nicht nur auf Portugal, sondern auch auf andere europäische Staaten.
„Vom Verbot zum kritischen Umgang: Rumänische Lehrkräfte über Medienkompetenz und künstliche Intelligenz in der Schule“ war der Titel des Vortrags von Doz. Dr. habil. Antonio Momoc von der Universität Bukarest, der die Ergebnisse einer Studie vorgelegt hat, an der sich 101 Lehrer aus 17 Kreisen beteiligt haben.
Über die „Förderung des organisationalen Lernens und des Systemdenkens in einem komplexen Bildungsumfeld“ referierte Prof. Dr. Chen Schechter, Vorsitzender des MOFET Nationalen Instituts für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen und Professor an der Bar-Ilan-Universität (Israel). In seinem Vortrag sprach er über die Bedeutung von Netzwerken unter Lehrenden und von der Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Lehre.
Prof. Dr. Angela Repanovici von der Transilvania-Universität in Kronstadt sprach zum Thema „Über die Einführung von KI hinaus: Ein neues Verständnis von Informationskompetenz, Vertrauen und kritischem Denken im Hochschulwesen“.
Das Programm war vielfältig, so hat Dr. Flavius Retea, assoziierte Lehrkraft an der Deutschen Schauspielabteilung der Fakultät für Musik und Theaterwissenschaften, einen gut besuchten Workshop zum Thema „ACTive Communication“ gestaltet, bei welchem Techniken zum Einsatz kamen, die in der Theaterwelt angewandt werden. Es gab ein Rundtischgespräch mit Vertretern von neun Verlagen, bei dem es um die Art ging, in der sich akademische und wissenschaftliche Verlage im digitalen Zeitalter zurechtfinden. Ein weiteres Rundtischgespräch brachte Vertreter von Firmen zusammen, die über Medien- und Informationskompetenz in der Unternehmenskommunikation sprachen. Die Ausstellung von Studenten „ConnecTM: Die Welt durch Daten sehen“ unter der Koordination von Lekt. Dr. Silvia Fierăscu hat guten Anklang gefunden. Für die Teilnehmer wird sicherlich auch der letzte Tag, der Samstag, mit dem Besuch im Pressemuseum in Hatzfeld in Erinnerung bleiben.
