Aus für eine mögliche Konkurrenz für den UDMR?

Bukarest (ADZ) –  István Kátai, Initiator des Projekts einer „Partei der Ungarischen Einheit in Rumänien“ zieht sich aus der Parteipolitik zurück. Damit endet auch der Versuch, eine Alternative zum UDMR als wichtigster politischer Vertretung der ungarischen Minderheit in Rumänien aufzubauen, noch vor der Gründung der Partei. 
Kátai erklärte auf Facebook, er habe seine Rolle im öffentlichen Leben der ungarischen Gemeinschaft in Siebenbürgen neu bewertet. Ursprünglich hielt er eine neue politische Kraft für notwendig, die offen über Klientelismus, Korruption und politische Abhängigkeiten spricht. Inzwischen sei er zu dem Schluss gekommen, diesen Kampf nicht über eine Partei fortsetzen zu wollen.

Als Grund für seinen Rückzug nannte Kátai Einschüchterungen, Drohungen und persönliche Angriffe in den vergangenen Monaten. Die Situation habe ihn vor die Wahl zwischen seinen politischen Ambitionen und der Sicherheit seiner Angehörigen gestellt. „Die Sicherheit meiner Familie ist eine rote Linie, die ich für keine politische Ambition überschreiten werde“, erklärte er.

Kátai will jedoch sein bürgerrechtliches Projekt zum Gemeindedialog fortsetzen, schließt aber eine politische Zusammenarbeit mit jenen Akteuren aus, die er für „das Klientelsystem innerhalb der ungarischen Gemeinschaft Siebenbürgens“ verantwortlich macht. Kátai gilt als Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar, während der UDMR traditionell dem illiberalen früheren Budapester Regierungschef Viktor Orbán nahe stand.