Bukarest (ADZ) - Kein Ende der massiven Straßenproteste gegen das umstrittene Goldprojekt Roșia Montană in Sicht: Allein in Bukarest beteiligten sich am Sonntag etwa 20.000 Menschen an einem Protestmarsch gegen den geplanten Goldabbau im Zyanid-Verfahren und auch gegen die als durch und durch korrupt empfundene politische Klasse. Auch in Klausenburg/Cluj, Temeswar/Timișoara, Kronstadt/Brașov und weiteren Städten gingen Abertausende Menschen auf die Straße. Schützenhilfe gab es zudem aus Berlin, Wien, Mailand, London, Oxford, Amsterdam, Budapest, New York und Melbourne.
Neben dem Hauptslogan „Geeint retten wir Roșia Montană“ werden mittlerweile vermehrt auch regimekritische Sprechchöre laut – in Bukarest etwa wurde am Sonntag auch „Ponta, Rücktritt“, „Nieder mit der Schummelregierung“ und „Eure Gier hat uns geweckt“ gerufen.
Zeitgleich demonstrierten in Roșia Montană rund 1000 Bergarbeiter und Einwohner für Arbeitsplätze und den Start des Goldförderprojekts, 33 Kumpel begaben sich aus Protest für einige Stunden wieder unter Tage.
Am Samstag hatten in der Hauptstadt Tausende Protestler den gigantischen Parlamentssitz mit einer menschlichen Kette umstellt. Der Demo schlossen sich auch rund 5000 Fahrradfahrer an, die davor einen Protest auf zwei Rädern gegen Oberbürgermeister Sorin Oprescu organisiert hatten.
