Ex-Premier Bolojan: „War zu nachsichtig mit der PSD“

Koalitionsvertrag umgesetzt und deswegen abgesägt

Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Ex-Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) erachtet retrospektiv, zu „geduldig und nachsichtig“ gegenüber der PSD gewesen zu sein, die ihn und sein Kabinett letztlich gemeinsam mit der rechtspopulistischen AUR abgesägt haben. Rückblickend bedauere er mittlerweile, „neun Monate lang alle Vorwürfe und Schikanen wortlos geschluckt“ zu haben, sagte der Liberalenchef im Gespräch mit der Investigativ-Plattform „Recorder.ro“. 

Zum Grund des gegen ihn eingebrachten Misstrauensantrags befragt, entgegnete Bolojan, de facto damit angeeckt zu sein, das Regierungsprogramm Punkt um Punkt angepackt und teils umgesetzt zu haben – was offenkundig schlecht angekommen sei, da „manche es gewohnt sind, viel zu versprechen und danach zu hoffen, dass ihre Versprechungen bald vergessen werden“. Als sein Kabinett jedoch tatsächlich begonnen habe, „Geldhähne zuzudrehen und Regeln aufzustellen“, habe die Parteiklientel der PSD empört rebelliert. Nichtsdestotrotz sei aus seiner Sicht „jedes verabschiedete Gesetz, jeder PNRR-Meilenstein“ die ganze Schmach wert gewesen, zumal er sich immer als Regierungschef des Landes, nicht einer Partei erachtet habe, sagte Bolojan.