Konstanza/Bukarest (ADZ/dpa) – Ein weiterer Frachter ist am Wochenende nach einem Drohnenvorfall vor der rumänischen Küste gesunken – dabei kam ein Seemann ums Leben, drei weitere gelten als vermisst. Der unter der Flagge der Komoren fahrende Frachter „Khoryv“ hatte etwa 13 Seemeilen vor Konstanza ein Notsignal gesendet.
Nach Angaben von Staatspräsident Nicușor Dan wurde das Handelsschiff von einer Drohne getroffen, wonach es kenterte und sank. Der Staatschef machte Russland für den Vorfall verantwortlich – dieser sei „eindeutig Teil der Eskalation, die Russland im Kontext des Krieges in der Ukraine betreibt“, schrieb Dan im Onlinedienst X. Den Kreml forderte der Präsident zudem auf, „die Friedensinitiativen der USA und Europas endlich ernst zu nehmen“. Regierungschef Luca Niculescu verurteilte den Angriff seinerseits als „inakzeptabel“ und sprach von einem eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht, während Außenminister Dan Neculăescu darin eine unmittelbare Bedrohung für die regionale und internationale Sicherheit sah. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte via X, sie sei „zutiefst alarmiert über eine weitere russische Eskalation im Schwarzen Meer“ – derartige „rücksichtslose Angriffe“ würden unschuldige Menschenleben gefährden und offen gegen das Völkerrecht verstoßen.
Der jüngste Drohnenangriff war bereits der dritte im laufenden Monat auf Handelsschiffe vor der rumänischen Küste: Am 15. Oktober war der Chemikalienfrachter „Wine Trader“ nach einem Drohnenangriff in Brand geraten, sieben seiner Besatzungsmitglieder werden seither vermisst. Davor war am 5. Oktober der türkische Getreidefrachter „Royad Mammadov“ unweit der Förderplattform Pescaruș infolge eines Drohnenangriffs gesunken.
