Bukarest (ADZ) – Der Nachrichtendienst SRI hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Partnern ein vom russischen Staatsgebiet aus gesteuertes Sabotagenetzwerk aufgedeckt. Dieses soll auch an dem Brand beteiligt gewesen sein, der am 14. September 2026 auf dem Industriegelände des Kronstädter Rüstungsunternehmens Carfil ausbrach, teilte der Dienst mit. Die Ermittlungen hätten die Beteiligung mehrerer Staatsangehöriger aus ehemaligen Sowjetrepubliken bestätigt, die in EU-Mitgliedstaaten leben. Verwickelt seien offenbar zwei belarussische Staatsangehörige und ein Ukrainer. Zwei der Verdächtigen seien in Deutschland bei Vorbereitungen für Sabotageakte festgenommen worden, der dritte wurde in Polen geortet. Rumänien wirke nun auf die Auslieferung hin. Die bislang gewonnenen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass sich die Aufträge des Netzwerks nicht auf Rumänien beschränkten. Die in Russland ansässigen Führungsagenten hätten eine umfangreiche Liste von Zielen in der Region zugewiesen. Dazu gehörten staatliche und private Rüstungsproduktionsstätten sowie weitere Objekte von militärischem und industriellem Interesse.
Nach Angaben des SRI ist der Fall Teil einer umfassenderen Kampagne russisch gesteuerter Sabotageaktionen in Europa. Die im laufenden Jahr durchgeführten Ermittlungen hätten weitere Anschlagsversuche auf Ziele in Rumänien aufgedeckt. Betroffen gewesen seien unter anderem internationale Militäreinrichtungen sowie Einrichtungen, die zur Ausbildung ukrainischer Streitkräfte genutzt werden.
