Georgescu vorläufig nicht in Untersuchungshaft: Rechtsextremist wollte sich in die Toskana absetzen

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Bukarest (ADZ) – Der frühere Präsidentschaftskandidat Călin Georgescu und der Geschäftsmann Ionel Rusen sind nach ihrer Festnahme am Montag in einem Betrugsverfahren unter Aufsicht der Justiz gestellt worden. Sie dürfen das Land nicht verlassen. Die zuständigen Staatsanwälte hatten Untersuchungshaft für 30 Tage beantragt, doch das Gericht lehnte den Antrag ab. Der Extremist grüßte die vor dem Gericht versammelten Anhänger und erklärte, das „Schachspiel dauere, bis der König fällt“.  Verständnis für die Fans des Rechtsextremisten, die ihn als Opfer dunkler Machenschaften sehen, zeigte aus New York Präsident Nicușor Dan. 70 bis 75 Prozent der Menschen vertrauten der Justiz nicht, und so scheine für sie alles ein abgekartetes Spiel mit unbekannten Strippenziehern zu sein, sagte der Präsident, der jedoch betonte, dass es eine Trennung der Gewalten gebe – in diesem Mandat handele er als Präsident verfassungsmäßig, versprach Dan. Der Staatschef sah auch keinen Zusammenhang zwischen dem Betrugsdelikt, bei dem Georgescu und sein Komplize einen Geschäftsmann mutmaßlich um über eine Million Euro prellte, und dem Wahlbetrug, mit dem sich der Extremist den Sieg im ersten Gang der Präsidialwahlen von 2024 erschlichen haben soll. Die Ermittler sehen allerdings entsprechende Zusammenhänge, wobei die Betrugssumme teilweise auch in die Wahlkampffinanzierung von Călin Georgescu hätte fließen können.   

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte sich Georgescu außerdem nach Italien absetzen wollen, sobald die Justiz seine Auflagen in weiteren Verfahren im Bereich Staatsschutz und Rechtsextremismus aufhebt. Offenbar plante er, dort einen Asylantrag zu stellen. Georgescu war auf der Suche nach einer passenden Immobilie in der Toscana, idealerweise eine Villa, für die er 1,2 Millionen Euro zu zahlen bereit gewesen war. In Italien versprach sich Călin Georgescu auch Unterstützung aus rechten Regierungskreisen, vor allem von Vizepremierminister Matteo Salvini.