Bukarest (ADZ) – Die von PSD-Chef Sorin Grindeanu geplante Reform der Verwaltungseinheiten stößt auf breiten Gegenwind: So verriss der Chef der USR-Fraktion im Oberhaus, Sorin Șipoș, die Pläne als „reine Augenwischerei“ – die PSD habe ohne jede Wirkungsanalyse einen Zusammenschluss aller Ortschaften mit unter 1500 Einwohnern vorgeschlagen, womit de facto wenig bis nichts erreicht würde. Die Reform habe viel tiefer zu gehen und alle Ortschaften mit unter 5000 Bewohnern zu visieren, sagte der USR-Fraktionschef in einer ersten Reaktion. Seine Partei sei zwar für eine Reform der territorialen Verwaltungseinheiten, allerdings eine „kohärente und faire“, keine „oberflächliche“, so wie die PSD sie plane, betonte Șipoș.
Auch der UDMR übte scharfe Kritik an Grindeanus Reformplänen – es sei absolut unerhört, eine derartige Reform per Vertrauensfrage durchboxen zu wollen, statt das Parlament ausgiebig dazu debattieren zu lassen, erklärte UDMR-Fraktionschef Csoma Botond. Aus Sicht seiner Partei gelte es außerdem sicherzustellen, dass besagte Reform nicht zum Nachteil ethnischer Gemeinschaften ausfalle, hob Csoma hervor. Wie auch USR-Senator Șipoș sprach sich der UDMR-Politiker für die Gründung einer parlamentarischen Arbeitsgruppe aus, die die eigentliche Reform in Angriff nehmen soll.
Seinerseits verriss Liberalenvize Alexandru Muraru Grindeanus Pläne über eine Reform der Verwaltungseinheiten als „Fake“: Die PSD habe noch nie Strukturreformen umgesetzt, sondern sei stets darum bemüht gewesen, „den Staat zu vereinnahmen“ – in diesem Fall die Kommunalverwaltungen. PNL-Fraktionschef Daniel Fenechiu fügte süffisant hinzu, man sei schon gespannt, „wie Grindeanu den eigenen Bürgermeistern mitteilen will, dass er ihre Verwaltungen auflöst“.
