Interims-Premier: „Konnte den Kauf von Flüssiggas nicht gutheißen“

Ilie Bolojan: Rumänien wird immerhin bald Erdgas-Exporteur

Ilie Bolojan | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Interims-Premierminister Ilie Bolojan hat erstmals Stellung zum Eklat über das Statement der US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, bezogen, die laut Enthüllungen der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal sowie der britischen Financial Times Mitte März während eines Abendessens mit griechischen Amtsträgern den bevorstehenden Sturz seiner Koalitionsregierung angedeutet haben soll, nachdem letztere sich geweigert hatte, überteuertes amerikanisches Flüssiggas (LNG) zu beziehen.

Im Gespräch mit dem Nachrichtensender Digi 24 stellte der Interims-Premier klar, dass er den Kauf besagten Flüssiggases nicht habe gutheißen können, weil das Land dieses nicht benötige. Rumäniens Erdgasbedarf werde zurzeit zu mehr als 80 Prozent aus der Eigenproduktion gedeckt, ab kommendem Jahr komme auch die Gasförderung aus dem Offshore-Projekt Neptun Deep hinzu – entsprechend werde Rumänien ab 2027 zum führenden Erdgasproduzenten in der EU sowie zu einem Erdgas-Exporteur, das Land brauche folglich keine Importe, stellte der Regierungs- und Liberalenchef klar.

Zu dem umstrittenen Statement der US-Botschafterin in Griechenland über den bevorstehenden Sturz seines Kabinetts und ihrem anschließendem Treffen mit PSD-Chef Sorin Grindeanu, Ex-Energieminister Bogdan Ivan (PSD) sowie Präsidialrat Florin Vlădică in einem Bukarester Restaurant wollte Bolojan keinen Kommentar abgeben, sondern begnügte sich hervorzuheben, dass Rumäniens strategische Partnerschaften mit anderen Staaten aus dem internen politischen Disput herausgehalten gehören. Man habe vernünftig vorzugehen und wesentliche Partnerschaften im wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Bereich „so zu belassen, wie sie sind“, erklärte Bolojan.