Bukarest (ADZ) – Die Chancen des designierten Regierungschefs Siegfried Mureșan (PNL), sich und sein Kabinett vom Parlament bestätigt zu sehen, tendieren gegen Null, nachdem sowohl PSD als auch AUR und ultrarechte Splitterfraktionen es dezidiert abgelehnt haben, sein Minderheitskabinett zu unterstützen. In einer ersten Reaktion auf den Beschluss des PSD-Vorstands sagte Mureșan, dass die Sozialdemokraten einen „Dialog über die Prioritäten des Landes“ noch vor Bekanntgabe seines Regierungsprogramms abgelehnt hätten, der PSD-Vorstand scheine offenkundig keine Beilegung der Regierungskrise zu wünschen. Er sei jedoch entschlossen, weiterzumachen und den Regierungsauftrag keineswegs zurückzugeben – entsprechend bleibe der PSD die Wahl zwischen einer proeuropäischen Regierung und einer Partnerschaft mit der AUR nicht erspart, so der designierte Premier.
Ihrerseits stellten die Liberalen in einer Aussendung klar, dass die PSD durch ihre Haltung faktisch mit der Bonität des Landes spiele, während die USR hervorhob, dass die Sozialdemokraten sich offenkundig „keine Regierung wünschen, die die Probleme des Landes löst, sondern eine, die sie kontrollieren können“.
Der UDMR schien derweil bereits gewillt, das Handtuch zu werfen: Sollte man schlussfolgern müssen, dass Mureșan und dessen Kabinett Null Chancen auf 233 Stimmen und damit auf eine Investitur hätten, wäre ein Rückzieher des designierten Premierministers eventuell die beste Lösung, um den Konflikt nicht noch mehr zu vertiefen und die Regierungskrise in die Länge zu ziehen – er persönlich halte nichts davon, im Parlament bloß vorstellig zu werden, um krachend zu scheitern. Doch werde man Mureșans Entscheidung auf jeden Fall zu respektieren wissen, sagte UDMR-Chef Hunor Kelemen.
