Nach Drohnenangriffen: NATO verstärkt Präsenz im Schwarzen Meer

Entsendung „zusätzlicher Mittel“ in die Region geplant

Brüssel/Bukarest (ADZ) – Die NATO hat wegen der zunehmenden Drohnenangriffe auf Handelsschiffe vor der rumänischen und bulgarischen Schwarzmeerküste die Entsendung „zusätzlicher Mittel“ in die Region angekündigt. Dazu gehörten „Unterstützung für Überwachung, Aufklärung und forensische Analyse“, wie NATO-Sprecherin Allison Hart in Brüssel nach einer rumänischer- und bulgarischerseits beantragten Sitzung des Nordatlantikrats mitteilte. „Wir werden weiterhin geschlossen auftreten und dafür sorgen, dass wir bereit und in der Lage sind, jeder Bedrohung zu begegnen“, fügte Hart im Onlinedienst X hinzu. Nach Angaben des militärischen NATO-Sprechers Martin O’Donnell will das Verteidigungsbündnis zusätzliche Seefernaufklärungsflugzeuge, Radarsysteme, Drohnen und Sprengstoffanalyseteams in die Schwarzmeerregion entsenden.

Erst am Wochenende hatten zwei F16-Kampfjet-Piloten der rumänischen Luftwaffe zwei russische Angriffsdrohnen mit Düsenantrieb vom Typ Geran 4 unweit von Sulina über dem Schwarzen Meer abgeschossen, nachdem es in den letzten drei Monaten sowohl vor der rumänischen als auch der bulgarischen Küste insgesamt zehn Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gegeben hatte – sechs hatten Frachtern in den rumänischen, vier in den bulgarischen Hoheitsgewässern gegolten. Drei der getroffenen Schiffe sanken, dabei kamen 13 Seeleute ums Leben, während weitere 19 als vermisst gelten.

In Bukarest verlautete der neue Außenminister und bisherige Botschafter Rumäniens bei der NATO, Dan Neculăescu (parteilos), dass seine oberste Priorität die Sicherheit des Landes und seiner Bürger sei – einen besonderen Vorrang wolle er dabei auch der Schwarzmeerregion einräumen, die aus seiner Sicht fortan „im Fokus der euroatlantischen Agenda“ zu stehen habe.