Bukarest (ADZ) – PSD-Chef Sorin Grindeanu hat erneut verneint, dass er mit der US-Diplomatin Kimberly Guilfoyle über die Absetzung der Regierung von Ilie Bolojan diskutiert habe. Die Stellungnahme erfolgt, nachdem das Weiße Haus Guilfoyle vor dem Hintergrund einer Reihe von Enthüllungen zum Rücktritt drängt. Unter anderen hatte Guilfoyle Ende März vor Energiepolitikern in Griechenland geprahlt, dass die USA auch dort wie in Rumänien zur Entlassung der Regierung einwirken könnten. Im Mai stolperte dann die Regierung von Ilie Bolojan (PNL) über einen Misstrauensantrag von PSD und AUR. Später wurde bekannt, dass Guilfoyle ein Treffen mit PSD-Chef Grindeanu und einem Vertreter des Präsidialamts hatte. Cotroceni schweigt sich zu dem Kontakt aus, während Grindeanu einen Zusammenhang mit dem Misstrauensantrag ablehnt. Im Gegenteil: Hätte ihm Guilfoyle gesagt, Bolojan nicht zu stürzen, wäre er dennoch genauso vorgegangen, sagte Grindeanu.
Guilfoyle, heute US-Botschafterin in Athen, warb offenbar in Rumänien und Griechenland für die Versorgung mit Flüssiggas aus den USA. Rumänische Staatsunternehmen hatten einen langjährigen Gasvertrag aufgrund zu hoher Kosten abgelehnt.
