PNL-Chef nimmt bürgerliches Wahlbündnis in Angriff

Altpräsident Băsescu warnt vor Rivalitäten zwischen Parteichefs

Liberalenchef Ilie Bolojan | Archivfoto: presidency.ro

Bukarest (ADZ) – Liberalenchef Ilie Bolojan widmet sich zurzeit zum einen der Oppositionsstrategie seiner Partei und zum anderen den Plänen über ein Wahlbündnis der Mitte-Rechts-Parteien für das Wahljahr 2028. Wie die Medien unter Berufung auf liberale Kreise berichteten, ist Bolojan bestrebt, ein reformorientiertes Bündnis rund um die PNL aufzustellen, dem sowohl die USR als auch die außerparlamentarische Kleinpartei „Macht der Rechten“ des früheren PNL- und Regierungschefs Ludovic Orban angehören könnten. Bolojan selbst hatte erst letzte Tage im Gespräch mit dem Nachrichtensender Antena 3 hervorgehoben, dass die Mitte-Rechts-Parteien den Wählern eine „seriöse Alternative“ bieten müssten und ein Wahlbündnis einen ersten Schritt in diese Richtung darstellen würde, zumal die Anti-System-Bewegung hierzulande erstarke und die Rechtspopulisten im Höhenflug seien – gemeinsam mit der USR wolle er daher in den kommenden Monaten an besagtem „Modernisierungspol“ feilen, so Bolojan.

Seinerseits sagte USR-Chef Dominic Fritz, mit der PNL bisher „konstruktiv zusammengearbeitet“ zu haben – sowohl Ilie Bolojan als auch er selbst seien der Meinung, dass man in der Pflicht stehe, „Rumänien zu einer Regierung ohne PSD und AUR zu verhelfen“, die Reformen tatsächlich umsetze und gewillt sei, einen bürgernahen Staat aufzubauen – all dies könne ausschließlich durch gemeinsame Bemühungen erreicht werden. 

Altpräsident Traian Băsescu wertete das angestrebte bürgerliche Wahlbündnis in einer Talkshow als „durchaus machbar“, warnte jedoch vor eventuellen Rivalitäten zwischen den drei Parteichefs – der „Marschallstab“ könne nicht in drei geteilt werden, ein derartiges Konstrukt habe „eine einzige Führungsperson“ aufzuweisen, die eindeutig Ilie Bolojan wäre.