Sulina/Bukarest (ADZ) – Zwei F16-Kampfjet-Piloten der rumänischen Luftwaffe haben am Wochenende nach Angaben von Interims-Verteidigungsminister Radu Miruță (USR) zwei Drohnen russischer Bauart, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren, etwa 20 Kilometer östlich und südöstlich von Sulina über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Dem Ressortminister zufolge starteten die beiden Kampfjets vom Luftwaffenstützpunkt Borcea, nachdem Radarsysteme „eine Gruppe von Luftzielen etwa 120 Kilometer östlich der Schlangeninsel“ entdeckt hatten. Miruță veröffentlichte auch einige Cockpit-Fotos von den Abschüssen und gab zudem bekannt, dass es sich um Angriffsdrohnen mit Düsenantrieb, aller Wahrscheinlichkeit nach vom Typ Geran 4, gehandelt habe – es sei für die rumänische Luftwaffe ein Novum gewesen, strahlengetriebene Drohnen abzuschießen.
Der Abschuss der beiden Kampfdrohnen erfolgte, nachdem es seit Juli sowohl vor der rumänischen als auch bulgarischen Schwarzmeerküste insgesamt zehn Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gegeben hatte – sechs hatten Schiffen in den rumänischen, vier in den bulgarischen Hoheitsgewässern gegolten. Drei der getroffenen Handelsschiffe sanken – dabei kamen 13 Seeleute ums Leben, während weitere 19 als vermisst gelten.
Wegen der zunehmenden russischen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer, durch die Russland die auf dem Seeweg erfolgenden ukrainischen Getreideexporte sabotieren will, waren Präsident Nicușor Dan und der bulgarische Regierungschef Rumen Radew erst letzte Tage in Brüssel am Rande des EU-Gipfels mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammengetroffen, um die immer prekärere Sicherheitslage im Schwarzen Meer sowie Maßnahmen zum Schutz der EU-Außengrenzen zu besprechen.
