Bukarest (ADZ) – Präsident Nicușor Dan hat am Montagabend nach weiteren Konsulationen mit den Fraktionen den Diplomaten Luca Niculescu mit der Regierungsbildung beauftragt. Im Zuge der schweren Regierungskrise vergab Dan den Regierungsauftrag damit bereits zum vierten Mal binnen fünf Monaten, nachdem sein Berater Eugen Tomac, sodann der liberale Kommunalpolitiker Adrian Veștea und zuletzt der EU-Abgeordnete Siegfried Mureșan (EVP/PNL) der Reihe nach an der Mehrheitsfindung gescheitert waren.
Als Diplomat sei Niculescu darin gewieft, „Positionen zu harmonisieren“, sagte das Staatsoberhaupt. Es stehe ihm völlig frei zu entscheiden, ob er ein politisch besetztes oder ein Technokraten-Kabinett aufstellen wolle – Hauptsache sei, dass er es schaffe, endlich eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Niculescu werde die prowestliche Richtung des Landes garantiert beibehalten und weiter auf Haushaltsdisziplin setzen, zu der sich Rumänien immerhin verpflichtet habe, fügte Dan hinzu.
Niculescu dankte dem Staatschef in einer kurzen Ansprache für das in ihn gesetzte Vertrauen – er werde die Mehrheitsfindung umgehend in Angriff nehmen sowie ein Regierungsprogramm und sein Ministerteam aufstellen. Er könne „keine Wunder“, sondern bloß „Seriosität“ versprechen – sowohl in puncto Staatsfinanzen als auch ökonomischer Vorhersagbarkeit, so der parteifreie designierte Premier.
Als bisheriger Staatssekretär im Auswärtigen Amt war der 55-Jährige für Rumäniens Beitritt zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zuständig und davor Rumäniens Botschafter in Frankreich gewesen. Von Beruf ist Niculescu Journalist, der dem rumänischen Ableger des Senders Radio France International (RFI) jahrelang vorgestanden hatte.
