Bukarest (ADZ) – PSD-Chef Sorin Grindeanu bedauere eigenen Worten nach den Eindruck, den der Auftritt der Parteigranden bei der Tauffeier für den Sohn des Kreisratsvorsitzenden von Temesch/Timiș, Alfred Simonis, bei vielen Menschen hinterlassen haben, vor allem bei jenen, die unter den Sparmaßnahmen des vergangenen Jahres besonders stark litten. Die Politiker waren dabei am Samstag in Luxuslimousinen angefahren, ihre Ehefrauen und Gefährtinnen trugen üppige Pelze, bei der Party trat unter anderem auch der italienische Altstar Al Bano auf. Grindeanu sagte, er habe die Reaktionen auf die Bilder von der Feier verfolgt und verstehe die Kritik jener, die darin eine unpassende Botschaft angesichts der Probleme des Landes sähen.
In der schwierigen sozialen Lage müssten alle Amtsträger stärker darauf achten, wie sie mit den Menschen umgingen und welche Botschaft sie vermittelten – auch bei privaten Veranstaltungen, fügte Grindeanu hinzu, der als Taufpate ebenfalls anwesend war. Er wolle weder nach Erklärungen suchen noch die Reaktionen herunterspielen.
Kritik aus der Bevölkerung könne er akzeptieren. Angriffe von „Heuchlern“ werde er dagegen niemals hinnehmen: so Leute, die „auf Jachten Champagnerbäder genommen hätten und nun auf Kosten der rumänischen Steuerzahler in einem Gebäude mit 45 Zimmern in Washington D.C. lebten“. Für Ex-Premier Marcel Ciolacu gibt es auch persönliche Konsequenzen – er sagte seine Verehelichung ab, nachdem er mit einer Quittung nachwies, dass die Stola seiner Freundin Billigware aus dem Basar in Istanbul war.
