Alte Wallfahrtstradition in Bogda wiederbelebt

Katholiken und Orthodoxe pilgerten gemeinsam zur historischen Mariengrotte

Jung und Alt pilgerten zur Mariengrotte mit Liedern und Gebeten auf Rumänisch und Deutsch. Foto: privat

Bogda – Eine alte Wallfahrtstradition ist am 4. Oktober in Bogda (auch mal Neuhof genannt) im Kreis Arad wieder aufgenommen worden. Einwohner des Ortes und Gäste aus der Umgebung, darunter auch aus Lippa und Temeswar, pilgerten gemeinsam zur historischen Mariengrotte auf dem Gelände des ehemaligen Kurortes. Organisiert wurde die Feier von der örtlichen Gemeinschaft mit Unterstützung der römisch-katholischen Pfarrei Lippa.

Ausgangspunkt war die ehemalige katholische Kirche beim Dorfmuseum. Dort befindet sich seit dem vergangenen Jahr ein Bildstock mit einer Kopie jenes Marienbildes, das einst in der Grotte im Wald verehrt wurde. Nach einem Segensgebet von Pfarrer Ioan Cădărean machten sich die Teilnehmer mit der Kopie des Gnadenbildes auf den Weg. Marienlieder, Gebete und Erinnerungen an frühere Wallfahrten begleiteten die Prozession. An der Grotte wurde die Lauretanische Litanei gebetet. Anschließend kamen die Pilger bei Tee und einer Agape zusammen.

Bemerkenswert war nach Angaben der Pressestelle des Ordinariats Temeswar auch die konfessionelle Zusammensetzung der Gruppe: Katholiken und Orthodoxe seien annähernd zu gleichen Teilen vertreten gewesen. Die Initiative sei vor allem von heutigen Bewohnern des Ortes ausgegangen. Die ausgestellte Ikone ist eine von der römisch-katholischen Diözese genehmigte Kopie; das Original befindet sich heute in der bischöflichen Kapelle in Temeswar.

Die Wallfahrtstradition von Bogda reicht weit zurück. Bereits im 19. Jahrhundert wird der Ort als deutsch-rumänisches Dorf mit katholischer Pfarrkirche und Mineralbädern beschrieben. Die heutige Kirche wurde 1846 erbaut und der Heimsuchung Mariens geweiht. Einer örtlichen Legende zufolge fanden deutsche Kolonisten beim Abbau von Steinen ein Marienbild, das später in einer in den Fels gehauenen Nische verehrt wurde. In der Nähe soll zudem eine heilkräftige Quelle entsprungen sein.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg und besonders in der Zwischenkriegszeit kamen Pilger aus mehreren Banater Ortschaften nach Bogda, darunter aus Deutschbentschek/Bencecul de Sus, Rekasch/Recaș, Stanciova, Neuarad/Aradu Nou und Glogowatz/Vladimirescu. Nach der Schließung der Kapelle während der kommunistischen Zeit verfiel die Anlage zunehmend. Heute ist von der früheren Wallfahrtskapelle nur die in den Hügel gehauene Vertiefung erhalten geblieben.