Hermannstadt – „Alte Balken im guten Zustand sind gesünder als neue“, betonte Eugen Vaida wenige Tage vor Einweihung des restaurierten Schuppens an der Bahnstation von Cornățel. Sonntag, am 27. September, stand er endlich wieder zum Beziehen fertig am Schmalspurbahn-Knoten im Harbachtal/Valea Hârtibaciului nahe Hermannstadt/Sibiu, und erhebliche Änderungen seiner Nutzung sind nicht geplant. Das Depot für Getreide, Holz und Produkte der Landwirtschaft ist genauso alt wie die ein paar Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Betrieb genommene Schienenstrecke, und zusätzlich zum früheren wie bald wieder auch zukünftigen Zweck wird es nur noch als Unterstand für Touristen im Regenfall dienen. Zwar befährt die „Wusch“ das Harbachtal seit etwa 20 Jahren nicht mehr, doch hat ihr Freundesverein „Prietenii Mocăniței“ die sieben Kilometer langen Gleise von Cornățel nach Holzmengen/Hosman bekanntlich vor einigen Jahren wieder tauglich gemacht. Sonntags bestätigen sich die historischen Waggons darauf als weit und breit stärkste Attraktion zwischen Hermannstadt und Agnetheln. „Das originale Fundament aus Beton haben wir beibehalten und es mit Ziegeln ergänzt“, erklärte Dienstag, am 22. September, Architekt Eugen Vaida, Gründer und Einsatzleiter der „Ambulanța pentru Monumente“. Ehrensache natürlich, dass auch Vereinsmitglieder der „Prietenii Mocăniței“ am Bahnhof von Cornățel als Freiwillige aushalfen.
Bloß ein Fünftel der hölzernen Balken musste durch neues Material ersetzt werden, und für das Decken vom Dach des alten Schuppens war man auch dieses Mal in Temeswar und Arad fündig geworden, wo echte Bohn-272-Patent-Ziegeln aus dem vormals jugoslawischen Kikinda eingekauft wurden.
Gewiss aus der Herstellung von Jacob Muschong stammen sie, dem erfolgreichsten Großproduzenten von Ziegeln im ungeteilten Banat des 19. Jahrhunderts. „Vor drei Jahren fand sich der Schuppen in sehr schlechtem Zustand. Nachdem er in Teilen eingestürzt und demoliert worden war, nutzte man die alten Ziegeln andernorts.“ Eugen Vaida konnte auf seinen Bruder Stefan Vaida und auf Ionuț Dobra als Restauratoren zählen. Die „Prietenii Mocăniței“ kamen für alles neu benötigte Holz, für die Unterkunft der Freiwilligen, das Mittagessen und für das Abendbrot während sämtlicher drei Wochen Baustellenzeit auf, und fast die Hälfte des Budgets finanzierte das Tmax-Unternehmen.
