Blitz entfachte Waldbrand neu

Im Naturschutzgebiet Domogled – Cerna-Tal sind bisher 423 Hektar Vegetation abgebrannt

Herkulesbad – Man möge alles Mögliche unternehmen, um den Wald- und Buschbrand auf den kaum zugänglichen Höhen des Domogled-Massivs im Nationalpark Domogled – Cerna-Tal rund um und oberhalb des Kurorts Herkulesbad unter Kontrolle zu bringen und möglichst zu löschen – aber Menschen sollten dabei nicht in Gefahr gebracht werden. So Präfekt Cristian Gâfu, der gemeinsam mit dem Direktor der Forstbehörde Karasch-Severin, Daniel Poliță, eine kurze klärende Pressekonferenz abhielt.

Der Leiter der obersten Forstbehörde des Banater Berglands, Daniel Poliță, legte sich erst einmal fest, wie hoch, geschätzt, die Folgen der bisherigen Brände im Nationalpark sind: sie sollen sich (Stand: Dienstag dieser Woche) auf 423 Hektar abgebrannte Fläche, vorwiegend Forst, belaufen. Am Morgen des Dienstags wurden die Löschteams, die auf zugänglichem Gelände im Einsatz sind, verstärkt. Dienstagmittag waren 113 Personen im Einsatz: 42 Arbeitnehmer der Forstdirektion Karasch-Severin, 50 Mitglieder der militarisierten Feuerwehr, sieben Ranger des Nationalparks Domogled – Cerna-Tal, fünf freiwillige Feuerwehrleute, drei Mitglieder der Bergrettung Salvamont und sechs Freiwillige, Bürger, denen der Nationalpark am Herzen liegt und die helfen wollen, wo es Not tut.

Das Team versammelte sich Dienstag um 8.30 Uhr auf dem Fußballplatz von Herkulesbad, von wo die Löschteams eingeteilt und mittels der beiden dort stationierten Hubschrauber vollausgestattet auf die Bergspitzen gebracht wurden, die sonst nicht oder nur in mühevoller Bergsteigerarbeit zu erreichen sind. Von dort aus gingen sie gegen die Brandherde an, die oft in tiefen Klüften des Kalksteinmassivs glimmen oder auch lodern. Die Forstdirektion habe das gesamte Personal der Forstamtsdistrikte, die rund um den östlichen und südlichen Teil des Banater Berglands liegen, in Herkulesbad zusammengezogen: aus Herkulesbad, Mehadia, Berzasca und vom Forstamtsbezirk Nera, aber auch aus Bozovici im Almasch-Tal.

Laut Angaben des Leiters der Forstverwaltung des Banater Berglands, Daniel Poliță, brach das jetzige Feuer am 2. September durch Blitzschlag aus, in einem praktisch unzugänglichen Urwaldgebiet des Nationalparks, und entfachte trockene Vegetation, umgestürzte trockene oder modernde Hölzer, aber auch viel Jungwuchs der extrem harzhaltigen Banater Schwarzkiefer (Pinus nigra, var. banatica), eine der Besonderheiten dieses Nationalparks. Starker Wind übertrug das Feuer rasch auf trockene Vegetation am Waldrand und auf totes Holz. Bäume stürzten um. Rissen große Felsbrocken aus dem Gestein und bald war auch die Nationalstraße DN 67D – Herkulesbad – Baia de Aram² (von dort stammt der Vater des PSD-Landeschefs Sorin Grindeanu) durch Felssturz blockiert, eine landschaftlich wunderschöne und kaum befahrene Hochstraße, die den Nordwesten Olteniens mit dem Südbanat verbindet und zum u.a. zum Kloster Tismana führt.

Seit dem 2. September kämpfen die Militärfeuerwehr und die Förster der staatlichen Forstverwaltung sowie ihre gelegentlichen Helfer, anfangs unterstützt auch von einem Löschhubschrauber, gegen das Feuer an den unzugänglichen Stellen des Nationalparks an. Man kann nur hoffen, dass mit Hilfe der beiden diese Woche wieder herbeigerufenen Hubschrauber des IGAv (d.i. Generalinspektorat für Luftfahrt) des Innenministeriums (am 20. September war der Löschhubschrauber aus Herkulesbad abgezogen worden, in der Meinung, das Feuer sei gelöscht ...) jetzt das Feuer definitiv eingedämmt werden kann – auch wenn manche Forstleute bereits skeptisch darauf hinweisen, dass dort, wo seit Ende Juli-Anfang August die Feuer schwelen und immer wieder aufflammen, nur noch der lange herbeigesehnte kräftige Regen Abhilfe schaffen kann.