Hermannstadt – Was notierten Menschen in Büchern und Schriften des Mittelalters? Was waren ihre Wünsche, ihre Frustrationen? Das beantwortet nun eine neue Ausstellung: Seit Ende September stellt das Hermannstädter Brukenthalmuseum mittelalterliche Handschriften, Dokumente und gedruckte Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert aus. Die Ausstellung „Ca la carte!“/„Wie im Buche!“ legt dabei den Fokus auf die siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaften.
Die Exponate stammen aus der Sammlung des Brukenthalmuseums sowie aus den Kirchengemeinden Hermannstadt/Sibiu, Stolzenburg/Slimnic, Großau/Cristian, Heltau/Cisnădie, Klein-Scheuern/Șura Mică, Schönberg/Dealu Frumos und der Bistritzer Region.
Sie decken unterschiedliche Bereiche ab – berücksichtigt sind das kirchliche, das schulische Umfeld sowie der private Bereich im Mittelalter. So stellt sie Pfarrer, aber auch Personen aus anderen Bereichen wie Schule, Universität und bei-spielsweise dem Handwerk in den Mittelpunkt und verwebt deren Geschichten mit den ausgestellten Exponaten. Beleuchtet wird dabei die Rolle, die das geschriebene Wort, das Bildungswesen und die Verbreitung von Informationen für das Leben der Menschen und verschiedener Gemeinschaften im späten Mittelalter spielten.
Für die Ausstellung hat das Brukenthalmuseum mit zehn weiteren Institutionen aus Bildung, Kunst und Kultur kooperiert: darunter das Nationalarchiv Rumäniens, die Bibliothek der Rumänischen Akademie (Ableger Klausenburg/Cluj), die Batthyaneum-Bibliothek, die Zentralbibliothek der Universität „Lucian Blaga“ in Klausenburg/Cluj, die Evangelische Kirchengemeinde in Heltau/Cisnădie, das Teutsch-Haus, der Museumskomplex Bistritz, das Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens, das Nationalmuseum für rumänische Literatur in Jassy/Iași, sowie die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien.
Zur Eröffnung sprachen unter anderem Dr. Raluca Teodorescu, Leiterin des Brukenthalmuseums, Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Thomas Șindilariu, Unterstaatssekretär beim Department für interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens sowie die neue Leiterin des Begegnungs- und Kulturzentrums Friedrich Teutsch, Marlene Herbert.
Die Ausstellung wird durch zeitgenössische Kunst ergänzt und schlägt so eine Brücke vom Gestern zum Heute – zu sehen sind Werke der Künstlerinnen und und Künstler Ciprian Mureșan, Simina Oprescu, Flavia Pitiș, Emilian Pospaii, Nicoleta Radu und Nicolae Romanițan. Sie ist noch bis 21. März 2027 im Säulensaal/Sala cu Coloane des Brukenthalmuseums zu sehen.
