Colterm schlägt Alarm: Gaspreise gefährden Wärmeversorgung

Temeswarer Fernwärmeunternehmen fordert staatliche Unterstützung

Temeswar – Das städtische Fernwärmeunternehmen Colterm in Temeswar/Timișoara warnt vor möglichen Schwierigkeiten bei der Wärmeversorgung in den kommenden Wintermonaten. Angesichts stark gestiegener Erdgaspreise hat sich das Unternehmen an die Präfektur des Kreises Temesch/Timiș gewandt und um Unterstützung bei der Einleitung staatlicher Hilfsmaßnahmen gebeten. Besonders in den kalten Monaten Januar und Februar könnte die Versorgung der Stadt mit Fernwärme und Warmwasser gefährdet sein.

Colterm schlägt zwei mögliche Lösungen vor: Entweder soll die Menge an Erdgas, die Fernwärmeerzeuger zu regulierten Preisen beziehen können, erhöht werden, oder die Regierung soll finanzielle Hilfen bereitstellen, um die Differenz zwischen den bisherigen und den aktuellen Marktpreisen auszugleichen. Nach Angaben des Sonderverwalters Cristian Amza hat sich der Gaspreis innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Während Colterm im Vorjahr Erdgas für 165 Lei pro Megawattstunde einkaufen konnte, lag das günstigste Angebot vom 26. Oktober 2026 bei mindestens 530 Lei pro Megawattstunde. Diese Preissteigerung belaste die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens erheblich.

Dabei hatte Colterm Anfang September noch versichert, für die bevorstehende Heizperiode gut vorbereitet zu sein. Damals erklärte Amza, dass sämtliche benötigten Gasmengen bis Jahresende vertraglich abgesichert seien und auch die Kohlelieferungen planmäßig erfolgten. Schwierigkeiten bei der Wärmeversorgung seien nicht zu erwarten.

Die aktuelle Lage zeichnet jedoch ein anderes Bild. Zum 30. Oktober verfügte Colterm über einen Kohlevorrat von 45.000 Tonnen im Heizkraftwerk CET Süd. Bei einem täglichen Verbrauch von rund 1500 Tonnen während besonders kalter Tage würde diese Menge lediglich für etwa einen Monat ausreichen. Weitere 12.500 Tonnen sollen bis zum 15. November geliefert werden. Zudem läuft ein Ausschreibungsverfahren für den Ankauf von weiteren 150.000 Tonnen Kohle, die im Laufe der Heizperiode geliefert werden sollen.

Auch bei der Gasversorgung besteht noch erheblicher Beschaffungsbedarf. Colterm verfügt über 68.682 Megawattstunden eingelagertes Erdgas sowie über Lieferverträge für weitere 192.750 Megawattstunden im Zeitraum November 2026 bis März 2027. Hinzu kommen 35.500 Megawattstunden aus einem bis Jahresende gültigen Vertrag. Der gesamte Gasbedarf für die Heizperiode wird allerdings auf 415.000 bis 435.000 Megawattstunden geschätzt. Die noch benötigten Mengen müssen daher zusätzlich beschafft werden, was angesichts des begrenzten Angebots und der hohen Preise zunehmend schwierig wird.

Seit Beginn der Heizperiode am 19. Oktober ist ausschließlich das mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk CET Centru in Betrieb. Das Heizkraftwerk CET Süd, in dem Kohle unter zusätzlichem Einsatz von Erdgas verbrannt wird, wurde bislang nicht hochgefahren.

Mit dem Hilferuf an die Regierung will Colterm nach eigenen Angaben verhindern, dass es im Januar und Februar zu einer Verringerung der gelieferten Wärmemenge, zu niedrigeren Temperaturen des Heizwassers oder im schlimmsten Fall zu Versorgungsunterbrechungen kommt.