Temeswar – Für das Jahr 2026 lädt das Nationalmuseum des Banats zu einer neuen Ausstellung der Reihe „Die Welt von gestern. Das Banat im 19. und 20. Jahrhundert“ ein.
Im Dachgeschoss B1 der Theresien-Bastei wird ein Streifzug durch die Geschichte verschiedener Gesellschaftsschichten der historischen Provinz Banat im Zeitraum von 1800 bis 1947 dargeboten. Dies geschieht anhand einer Vielfalt an Kulturgütern: Porträts (Malerei, Grafik, Skulptur), Möbel, Keramik, Bücher, Dokumente, Medaillen, Briefe, Fotografien und Textilien. Diese Exponate stammen aus den Sammlungen des Nationalmuseums des Banats sowie aus den Museen in Lugosch/Lugoj, Reschitza/Reșița und Karansebesch/Caransebeș. Sie veranschaulichen Ausschnitte aus dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben des multikulturellen und plurikonfessionellen Banats und rücken jene Menschen in den Mittelpunkt, die die Mehrheit der Bevölkerung ausmachten: Bauern, Soldaten und Arbeiter, aber auch Schauspieler, Bettler, Schneiderinnen, Fotografen, Beamte, Lehrer, Journalisten, Kleinhandwerker, Künstlermusen, Markthändler, Prostituierte, Gelehrte, Schriftsteller, Dienstboten und Vagabunden.
Die damalige Lebenswelt des Banats wird in einem weiten zeitlichen Bogen dargestellt. Dieser beginnt um das Jahr 1800, als das Banat eine Provinz im ungarischen Teil der Habsburgermonarchie war, setzt sich nach 1867 innerhalb der österreichisch-ungarischen Monarchie fort und reicht bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, als das Banat zwischen dem Königreich Rumänien, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen sowie dem Königreich Ungarn aufgeteilt wurde. Im Dezember 1947 wurde König Michael I. schließlich zur Abdankung gezwungen. Die Errichtung des kommunistischen Regimes und der Volksrepublik Rumänien markierte das endgültige Ende dieser „Welt von gestern“.
Der Titel der Ausstellung ist an das 1942 veröffentlichte Buch „Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers“ des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig (1881–1942) angelehnt, das in Dutzende Sprachen, darunter auch ins Rumänische, übersetzt wurde. Die Ausstellung in Temeswar wird im Gedenken an den Archäologen Florin Medeleț (1943–2005) organisiert, dem ehemaligen Direktor des Banater Museums und kann vom 15. Oktober bis zum 31. Januar 2027 im Dachgeschoss B1 der Theresien-Bastei besichtigt werden.
Die „Soziale Trilogie des Banats“ umfasst eine Reihe von drei Ausstellungen über die im modernen Banat aktiven Gesellschaftsschichten. Im Jahr 2024 wurde die Ausstellung „Zwischen Erinnerung und Vergessenheit. Adelsfamilien im Banat in der Moderne“ organisiert, gefolgt von der Ausstellung „Familienalben. Das Bürgertum im Banat in der Moderne“ im Jahr 2025.
