Drohnen suchen letzte Glutnester

Immer noch sind im Raum Herkulesbad rund 40 Menschen im Einsatz gegen das Feuer

Herkulesbad – Im rund 61.000 Hektar umfassenden Naturschutzgebiet Domogled – Cerna-Tal im Großraum Herkulesbad sind laut ersten Bilanzberichten des Katastrophenschutzes ISU „Semenic“ bei den jüngsten Wald- und Vegetationsbränden rund 2300 Hektar abgebrannt. Das Feuer, gegen das seit August in extrem schwierigem Gelände angekämpft wurde und wo zeitweilig zeitgleich zwei Löschhubschrauber des Generalinspektorats der Luftstreitkräfte im Einsatz waren, gilt nun als „gelöscht“ (erst nachdem nach dreieinhalbmonatiger Pause starke Regenfälle über dem Banater Bergland niederprasselten), doch immer noch gibt es Glutnester, nach denen jetzt mittels Drohnen gefahnet wird.

Zwei dieser Glutnester identifizierten die Drohnen am Donnerstag in der Nähe der Nationalstraße DN67D, die von Herkulesbad nach Baia de Aramă in Nordwestoltenien und von dort weiter in den Raum des Klosters Tismana und nach Târgu Jiu führt. Deswegen und weil sich die Feuerwehr und der Katastrophenschutz nicht sicher sind, dass alle Glutnester bereits identifiziert wurden, bleibt einstweilen die malerische Hochstraße gesperrt, meldet ISU „Semenic“ und versichert, sie nicht zu öffnen, bevor nicht jede Gefahr durch Steinschlag und herabstürzende Bäume gebannt ist. Die große Hitzeentwicklung durch die Waldbrände hat nämlich vielerorts das Muttergestein, das aus Kalkstein besteht, gesprengt und zerbröselt, so dass sich mancherorts die Struktur der Berghänge entlang der Nationalstraße verändert hat und sie sind unstabil geworden.

Inzwischen sind weiter-hin sämtliche 14 Arbeitnehmer des Forstamtsdistriks Herkulesbad gemeinsam mit den zwei Rangern des Nationalparks und 20 Mitgliedern der Militärfeuerwehr des Katastrophenschutzes im Einsatz, um durch systematische Feldbegehung und operative Löschvorgänge möglichst alle Glutherde – die meist an den Wurzelstöcken abgebrannter Baumstämme lokalisiert sind – zu liquidieren. Ihnen zu Hilfe kommen zwei Drohnen, die von den Einheiten des Katastrophenschutzes aus den Landeskreisen Buzău und Harghita durch Order des Generalinspektorats des Katastrophenschutzes, auf Zeit, nach Herkulesbad verlegt wurden.

Laut Oberstleutnant Ionel Petru Tilca, dem Leiter des Katastrophenschutzes ISU „Semenic“ mit Sitz in Reschitza, stellen momentan die Rest-Glutnester keine unmittelbare Gefahr für einen Wiederausbruch der Wald- und Vegetationsbrände dar, doch könne man sich nicht auf deren natürliches Ausglimmen verlassen, weil das gegenwärtig ruhige und relativ kalte Wetter jederzeit umschlagen kann und auch jede Windböe neuerlich zu einem Feuer führen könnte, da vor allem in den zahlreichen Schluchten des Kalksteinmassivs noch Unmengen von Nadeln der Nadelhölzer sowie trockenes Laub abgelagert sind, außerdem im Naturschutzgebiet große Mengen Trockenholz herumliegen und durch die Gluthitze der vergangenen Monate in ihrem natürlichen Moderungsprozess, der Feuchtigkeit voraussetzt, weitgehend gestoppt wurden.

Laut Oberstleutnant Tilca stehen auch die Löschhubschrauber des Generalinspektorats der Luftstreitkräfte weiterhin in Alarmbereitschaft, um eingesetzt zu werden, falls es nochmals erforderlich sein sollte.