Fritz verabschiedet sich vom Temeswarer Stadtrat

Bürgermeister kündigt Rechtsmittel an und will aktiv bleiben

Temeswar – Dominic Fritz (USR) hat am Dienstag voraussichtlich zum letzten Mal als Bürgermeister an einer Sitzung des Temeswarer Stadtrats teilgenommen. Sein Mandat soll Ende September infolge der geänderten Integritätsgesetzgebung und des endgültig gewordenen ANI-Berichts zum Interessenkonflikt enden. Am Ende seiner Ansprache wurde Fritz von den Stadträten mit Applaus verabschiedet. Der Bürgermeister nutzte die Sitzung, um sich bei den Ratsmitgliedern für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zu bedanken. Er sprach von einer überwiegend konstruktiven Atmosphäre im Stadtrat. In den meisten Fällen sei die Verwaltung wichtiger gewesen als die Parteipolitik. Mehr als 95 Prozent der Beschlüsse seien nahezu einstimmig gefasst worden, sagte Fritz. Dieser parteiübergreifende Geist im Interesse der Bürger müsse fortgesetzt werden.

Zugleich bekräftigte Fritz, dass er das Ende seines Mandats für illegitim und rechtswidrig halte. Er kündigte an, die rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Unabhängig davon, welche Funktion künftig auf seiner Visitenkarte stehe, nehme er die Verantwortung ernst, die ihm die Temeswarer bei der Kommunalwahl 2024 übertragen hätten. Diese Verantwortung empfinde er weiterhin, sagte Fritz. Er werde „ein aktiver Temeswarer“ bleiben. Fritz dankte auch seiner Führungsmannschaft im Rathaus. Namentlich erwähnte er Vizebürgermeisterin Paula Romocean, Vizebürgermeister Ruben Lațcău und City-Manager Matei Creiveanu. Sie würden die Arbeit der Verwaltung fortsetzen. Auch bei den Mitarbeitern des Rathauses bedankte er sich für die Zusammenarbeit. Zum Abschluss richtete Fritz einen Appell an die Stadträte. Sie sollten weiter Entscheidungen für Temeswar treffen und nicht zulassen, dass Hass und Spaltung die Arbeit des Gremiums bestimmten. Politische Spannungen seien legitim, sagte er sinngemäß. Weniger legitim sei es, wenn etwas anderes als das Wohl der Stadt zähle. Man werde sich mit Sicherheit wiedersehen, auch in diesem Saal; aus welchen Positionen und Funktionen heraus, werde sich zeigen.

Hintergrund ist das endgültig gewordene Verfahren der Nationalen Integritätsbehörde ANI gegen Fritz.