Füreinander Licht sein: „Veni Sancte“ in der Kalvarienkirche

Pfarrer Fanea segnete die von den Kindern mitgebrachten Schultaschen. Foto: Gabriela Rist

Sathmar – Viele Schüler, Lehrer und Eltern des Johann-Ettinger-Lyzeums feierten am vergangenen Sonntag gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Partnerschule aus Deutschland den Beginn des neuen Schuljahres. Die traditionelle Veni-Sancte-Messe fand in der Kalvarienkirche statt.

Die Kirchenbänke waren bis auf den letzten Platz mit Kindern und Jugendlichen gefüllt. Von der Empore erklang der Gesang des Canticum-Chores des Ettinger-Lyzeums unter der Leitung des Musiklehrers Zsolt Kuki. Vor dem Altar standen die von den Kindern mitgebrachten Schultaschen, die im Anschluss an die Messe von Pfarrer Josef Fanea gesegnet wurden.

In seiner Predigt wandte sich Pfarrer Fanea zunächst an die Schülerinnen und Schüler und erinnerte daran, dass Größe und Erfolg nicht allein an schulischen Leistungen gemessen werden können.

„Jesus lädt uns zu einer anderen Art von Größe ein. Groß ist nicht nur, wer die beste Note bekommt. Groß ist auch, wer einem anderen hilft. Stark ist nicht nur, wer gewinnt. Stark ist auch, wer einen Fehler zugeben kann. Erfolgreich ist nicht nur, wer viele Dinge weiß. Erfolgreich ist auch, wer gelernt hat, gut, ehrlich und barmherzig zu sein“, sagte der Pfarrer.

Anschließend betonte er, dass jedes Kind seine eigenen Begabungen und Stärken besitzt. „Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr seid verschieden. Ihr habt verschiedene Begabungen. Der eine kann gut rechnen, die andere schreibt wunderbare Texte. Einer ist musikalisch, ein anderer sportlich. Manche lernen schnell, andere brauchen mehr Zeit. Vor Gott aber hat jeder seinen Platz. Niemand von euch muss eine Kopie eines anderen werden.“

Die Aufgabe eines jeden Einzelnen bestehe vielmehr darin, die eigenen Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Auch an die Lehrer richtete Pfarrer Fanea einige Worte: „Ihnen werden junge Menschen anvertraut, die manchmal selbst noch nicht wissen, was alles in ihnen steckt. Vielleicht besteht eine der schönsten Aufgaben eines Pä-dagogen darin, einem jungen Menschen zu helfen, sein eigenes Licht zu entdecken.“

Zum Abschluss seiner Predigt formulierte der Pfarrer einen Gedanken, der zugleich als Leitgedanke für das neue Schuljahr verstanden werden kann: „Das könnte unser Programm für dieses Schuljahr sein: Nicht heller sein als die anderen. Sondern füreinander Licht sein.“ Im Anschluss segnete Pfarrer Josef Fanea die Schultaschen der Schülerinnen und Schüler und erbat Gottes Segen für das neue Schuljahr, die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Lehrer.