Temeswar – Die Stadtverwaltung Temeswar/Timișoara treibt die Vorbereitungen für den Bau eines neuen städtischen Krankenhauses voran. Im Mittelpunkt mehrerer Gespräche, die in den vergangenen Tagen im Rathaus stattgefunden haben, stand die Anpassung des rechtlichen Rahmens für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP). Ziel ist es, klare und verlässliche Regeln für die Umsetzung des Großprojekts zu schaffen. An den Beratungen beteiligten sich Vertreter des rumänischen Finanzministeriums, der International Finance Corporation (IFC), einer Einrichtung der Weltbankgruppe, des Commercial Law Development Program (CLDP) des US-Handelsministeriums sowie Vertreter der Wirtschaft.
Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters mit Bürgermeisterbefugnissen, Ruben Lațcău, ist Temeswar die erste Kommunalverwaltung Rumäniens, die bei der Entwicklung eines Projekts in öffentlich-privater Partnerschaft dieses Stadium erreicht hat. Die Stadt benötige dringend ein modernes Krankenhaus, zumal das derzeitige städtische Krankenhaus seine Tätigkeit auf 14 Gebäude im Stadtgebiet verteile und Patienten aus der gesamten Westregion Rumäniens versorge. Gleichzeitig solle das Vorhaben den Weg für weitere öffentlich-private Partnerschaften ebnen und zur Schaffung eines transparenten und berechenbaren Rechtsrahmens beitragen, erklärte Lațcău.
Mit den Gesprächen sollen die nächsten Schritte zur Umsetzung des Projekts vorbereitet und Investoren aus dem In- und Ausland gewonnen werden. Die Stadtverwaltung strebt einen möglichst breiten Wettbewerb bei der Auswahl des Konsortiums an, das das neue Krankenhaus errichten und anschließend rund 20 Jahre lang betreiben soll.
Das neue städtische Krankenhaus soll im Norden von Temeswar, in der Nähe des Sport- und Nutzflugplatzes, auf einem Grundstück der Stadt entstehen.
Die Investition wird auf mehr als 141 Millionen Euro geschätzt. Geplant ist eine modulare Bauweise, die eine spätere Erweiterung ermöglicht. In einer ersten Phase soll das Krankenhaus über 300 Betten verfügen und zahlreiche medizinische Abteilungen, die derzeit auf verschiedene Standorte verteilt sind, unter einem Dach vereinen.
Das dreigeschossige Gebäude soll so gestaltet werden, dass die wichtigsten medizinischen Einrichtungen leicht erreichbar und auf kurzen Wegen miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss sind die Notaufnahme, der Aufnahmebereich sowie die diagnostischen Einrichtungen vorgesehen. In den oberen Stockwerken sollen unter anderem die Operationssäle, die Intensivstation und weitere medizinische Abteilungen untergebracht werden.
Zur Ausstattung gehören eine moderne Notaufnahme mit einem Hubschrauberlandeplatz für medizinische Rettungseinsätze sowie ein Operationsbereich mit 20 postoperativen Betten. Vorgesehen sind Fachabteilungen für Innere Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie, Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Neurochirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Augenheilkunde. Hinzu kommen medizinische Bildgebung, Endoskopie, ein Labor mit Blutbank sowie eine Rehabilitationsabteilung mit 30 Betten.
