Reschitza – Aufgrund eines eingehend durchgearbeiteten und –diskutierten operativen Prozederes zur Selektions- und Prioritisierungsmethodik im Rahmen der stadteigenen Integrierten Strategie der Urbanistischen Mittelfristigen Entwicklung 2022-2030 entschied man sich im Reschitzaer Rathaus für die Prioritisierung der Generalüberholungen zweier (aus unterschiedlichen Gründen) wichtigerer Immobilien: der „Alten Villa“ auf dem Gelände des ehemaligen Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR und des „Dacia“-Kinos in der Reschitzaer Neustadt, das auch als Aufführungssaal genutzt werden kann. Fazit: erst wird das „Dacia“-Kino generalüberholt, danach die „Alte Villa“. In dieser Reihenfolge wird eine Finanzierung beantragt.
Die beiden Immobilien sind die einzigen Großvorhaben für diese Zeitspanne, die dem Stadtrat zur Begutachtung vorgelegt wurden und dieser sollte jedes der Vorhaben mit Punkten bewerten. Letztendlich kam das „Dacia“-Kino auf 70, die „Alte Villa“ auf 55 Punkte – vielleicht auch, weil das Kino für jeden Stadtbürger ein geläufiges Bild darstellt und die „Alte Villa“, der ehemalige Sitz der Werksdirektoren, ein eher wenig bekanntes Objekt darstellt, weil sie auf dem sehr lange Zeit nicht für jedermann zugänglichen Werksgelände liegt.
Doch bestimmt nicht nur deswegen: das Kino ist schon lange eine öffentliche Institution und war vor allem in der Endzeit der Ceaușescu-Ära ein Fokus des kulturellen Lebens der Stadt durch die Aktivitäten der Familie des damaligen Chefredakteurs der kommunistischen Lokalzeitung, Timotei Jurjica, der zusammen mit seiner Frau regelmäßig Galaabende mit herausragenden Filmen einheimischer und internationaler Produktion veranstaltete – wozu Schauspieler, Regisseure und Filmkritiker von Rang und Namen eingeladen wurden. Seit seiner Wiedereröffnung vor etwa zehn Jahren ist das Kino zwar zur Spielstätte hauptsächlich von Hollywood-Filmen geworden, doch mit ganz guten Zuschauerzahlen.
Die im Stadtrat erreichten Punktezahlen entschieden über die Prioritisierung des Einreichens zwecks Finanzierung bei der Entwicklungsagentur ADR V West. Die zum gegenwärtigen Zeitpunkt als jeweils verfügbar genannte Summe ist in etwa die Gleiche – rund fünf Millionen Euro oder 25.484.500 Lei.
Beim Dacia-Kino handelt es sich (ebenso wie beim eben abgeschlossen Vorhaben des Museums des Banater Montangebiets – MBM), um die „Sanierung und Wärmedämmung/energetische Effizientisierung des Kinos ´Dacia` von Reschitza“, einschließlich Renovierung des Innenraums, Neuausstattung mit Kinogestühl und technischen Gerätschaften, Erneuerung der Installationen usw., aber auch Neugestaltung der näheren Umgebung des Kinos. Die Rolle als Kino und Aufführungsraum mit über 1000 Sitzplätzen soll beibehalten, ja ausgebaut werden.
Im Fall der „Alten Villa“, die von der Stadt aus der Pleitemasse des Maschinenbauwerks erworben wurde, fehlt noch eine klare künftige Rolle, die das historische Gebäude in der Stadt künftig spielen soll. Deswegen ist auch der Titel des Projekt Nr. 2 der Stadt Reschitza relativ vage, wie auch sperrig gehalten: „Konservierung des historischen Kulturguts und der urbanistischen Identität von Reschitza, indem ein vergessenes Denkmal in ein dem Publikum zugängliches Objekt verwandelt wird; Integration und Unterstützung der bildnerischen und kulturtouristischen Sendung des Objekts, Vorbeugung eines unumkehrbaren Ruins durch Schaffung neuer öffentlicher Räume, Beibehaltung/Renovierung/Einführung neuer öffentlicher Funktionen, in einem Raum der Revitalisierung und urbanistischen Regenerierung...“ Ähnlich geht es noch ein paar Aussagen weiter.
Fakt ist, dass die Stadt Reschitza durch den Stadtrat im November 2024 die „Alte Villa“ und die „Rote Villa“ zusammen mit einem Gelände von 55.467 Quadratmeter am linken Bersauufer bergwärts und einem riesigen Luftschutzbunker im Berg aus der Pleitemasse des Reschitzaer Maschinenbauwerks erworben hat. Der Kauf erfolgte vom gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter zu einem extrem günstigen Preis von 369.915 Euro – nach heutigem Wechselkurs etwa 1,95 Mio. Lei, die Summe war allerdings von der Mehrwertsteuer befreit (die ADZ berichtete darüber). Nun soll auch etwas mit der Neuanschaffung geschehen.
