Temeswar will jahrhundertealte Bäume besser schützen

Zwölf besonders wertvolle Bäume in zwei Stadtparks identifiziert

Der Ginkgo biloba im Temeswarer Kinderpark ist angeblich mehr als 100 Jahre alt. Foto: Bürgermeisteramt Temeswar

Temeswar – Die Stadtverwaltung von Temeswar/Timișoara hat gemeinsam mit dem rumänischen Landschaftsarchitektenverband (AsoP) die ersten zwölf besonders wertvollen Bäume der Stadt identifiziert. Sie befinden sich im Kinderpark und im Königin-Maria-Park. Darunter sind mehr als hundert Jahre alte Eichen, Ulmen, Eschen, Linden und Platanen sowie ein Ginkgobaum, dessen Geschichte eng mit der bekannten Temeswarer Gärtnerfamilie Mühle verbunden ist. Die Erfassung und der Schutz weiterer bemerkenswerter Bäume sollen in den kommenden drei Jahren fortgesetzt werden.

Besondere historische Bedeutung hat ein Ginkgo biloba, den Wilhelm Mühle Sohn um das Jahr 1900 aus Japan mitgebracht und im damaligen Franz-Joseph-Park, dem heutigen Kinderpark, gepflanzt haben soll. Der mittlerweile über 120 Jahre alte Baum hat einen Stammumfang von rund 380 Zentimetern. Im Kinderpark wurden außerdem mehr als 150 Jahre alte Eichen identifiziert, während im Königin-Maria-Park über hundertjährige Ulmen, Eschen, Linden und Platanen wachsen.

Wie Vizebürgermeister Ruben Lațcău, der derzeit die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters führt, erklärte, seien im Rahmen des städtischen Grünflächenregisters bereits rund 180.000 Bäume erfasst worden. Nun wolle die Stadtverwaltung besonderes Augenmerk auf Exemplare legen, die älter als hundert Jahre sind. Diese seien nicht nur ökologisch wertvoll, sondern gehörten auch zum historischen Erbe der Stadt.

Alexandru Ciobotă, Vertreter des Landschaftsgestalterverbands AsoP – Regionalverband West, bezeichnete die alten Bäume als „urbane Überlebenskünstler“. Sie hätten über Jahrzehnte hinweg Umweltbelastungen, Klimaveränderungen und menschlichen Eingriffen standgehalten. Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit seien sie auch genetisch besonders wertvoll und könnten künftig zur Vermehrung widerstandsfähiger Baumarten in einer städtischen Baumschule beitragen.

Für die zwölf bislang identifizierten Bäume wurden bereits detaillierte Datenblätter erstellt, die unter anderem Angaben zu Baumart, Größe, geschätztem Alter, Gesundheitszustand sowie historischem und kulturellem Wert enthalten. Exemplare, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, sollen in den nationalen Katalog bemerkenswerter Bäume aufgenommen werden.