Hermannstadt – Die Herbstausgabe der „Kirchlichen Blätter“ spiegelt erneut wider, wie lebendig und engagiert evangelisches kirchliches Leben in Rumänien ist. „Diese Ausgabe der `Kirchlichen Blätter` ist wie ein Erntekorb voller unterschiedlicher Früchte unseres kirchlichen Lebens“, fasst Bischof Reinhart Guib in seinem Editorial die Bandbreite der behandelten Themen zusammen.
Einleitend nimmt Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli das Motto des vergangenen Jahres auf und versucht der Frage nachzugehen, ob und wie viel Demokratie Kirche vertragen kann und welches die damit einhergehende Wechselwirkung ist. Bevor er in fünf Punkten das Spannungsfeld untersucht, schreibt Zikeli: „Die Kirche als wesentliche Institution der christlichen Religion hat das Potential, Räume zu schaffen, wo Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen zusammenkommen, um jenseits aller Unterscheide gemeinsam zu resonieren. Insofern braucht Demokratie Religion – als Maßstab, als ethische Orientierung, als Ort der Wahrnehmung des Anderen und der Einübung von Empathie.“
Im Mittelpunkt der vorliegenden Ausgabe steht der Erfahrungsbericht des Dresdner Pfarrers und Oberkirchenrates i. R., Friedemann Oehme, der einen Sommer lang Gemeinden zwischen Kronstadt, Hermannstadt und Bistritz begleitet hat. Seine Beobachtungen über liturgische Beständigkeit, das Gemeindeleben und die verbindende Kraft des Gottesdienstes geben einen guten Einblick in die Realität kleiner Gemeinschaften.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das 20-jährige Jubiläum des Jugendwerks. Diakonin Cristina Arvay vergleicht die Anfänge ihrer Arbeit mit dem, was Jugendliche heute bewegt, berichtet von neuen Formaten, Helikoptereltern, Online-Bibelkreisen und einem „Hunger nach mehr“, der die Jugendarbeit prägt.
Nicht uninteressant dürfte auch der Rechenschaftsbericht des Bischofsvikars und Bezirksdechanten Dr. Daniel Zikeli sein zur Lage des Kronstädter Bezirks, wobei die Kirchenmitgliedschaft – vor allem von Personen außerhalb Rumäniens – wohl wieder ein stark diskutiertes Thema sein wird, wie er feststellt. Restaurierungsprojekte – von Galt über Reps bis Meschen – zeigen, wie intensiv die Kirche an der Bewahrung ihres Kulturerbes arbeitet.
Das Heft will die Vielfalt der unterschiedlichen Aktivitäten aufzeigen, wobei es natürlich nur um einen Ausschnitt geht, wenn etwa über das bereits 17. Brotbackseminar der Frauenarbeit berichtet wird, die Weiterbildung für Kuratoren und Presbyter, der außergewöhnliche Bläsergottesdienst in Petersberg, die Eindrücke der deutschen Studenten im Ökumenesemester, die Podiumsdiskussion um die Zukunft der Kirchenburgen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Stiftung Kirchenburgen oder um den neuen Leiter des Elimheims Klaus Göbbel und was er sich alles vorgenommen hat. Die Oktober-Ausgabe macht also deutlich: Kirche lebt vor allem durch Begegnung und viel Engagement.
Die komplette Ausgabe in Farbe kann unter: www.evang.ro/fileadmin/kirchliche_blaetter/KB_Oktober_2026.pdf he-runtergeladen werden.
