Börse atmet auf, schließt aber schlechtesten Monat im Jahr ab

Bukarests Aktienmarkt atmete in der vergangenen Woche wieder auf, zum ersten Mal nach fünf aufeinanderfolgenden Wochen mit Verlusten schlossen die wichtigsten Indizes im Plus. Anscheinend haben die Anleger die Beibehaltung des aktuellen Länderratings durch die Agentur Standard&Poor’s eingepreist, denn die politische Lage im Land bleibt nach erneutem Scheitern des Versuchs, eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden, weiterhin unklar.

Der Hauptindex BET legte in der vergangenen Woche 1,92 Prozent (oder 610,28 Punkte zu) und kletterte somit wieder über die 32.000-Punkte-Marke bei 32.330,9 Punkten. BETPlus verzeichnete ebenfalls ein Wochenplus von 1,92 Prozent, was 88,16 Punkten entspricht. Sein Endstand am Freitagabend: 4686,6 Punkte. Der Finanzwerte-Index BET-FI erholte sich auf Wochensicht um 2,59 Prozent und legte somit 2827,34 Punkte zu. Dabei überschritt er im Wochenverlauf drei Tausender-Schwellen und schloss bei 111.789,1 Punkten. Der in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse verwaltete Index ROTX legte auf Wochensicht 1288,06 Punkte zu, was einem Zuwachs von 1,79 Prozent gegenüber der Vorwoche entspricht; der ROTX schloss am Freitag bei 73.115,3 Punkten. Der Energiewerte-Index BET-NG schließlich war mit seinem Wochenzuwachs von 2,84 Prozent der Wochengewinner. Der Punktegewinn lag bei 68,96 Zählern, sein Endstand bei 2498,1 Punkten.

Umsatz vergleichbar mit dem der Vorwoche

Der Aktienumsatz war mit dem der Vorwoche vergleichbar. Bei 432,43 Millionen Lei wurden nur 3,3 Prozent weniger als noch in der Woche zuvor mit Aktien umgesetzt. Die höchsten Umsätze in der vergangenen Woche erzielte die Bank Transilvania S.A. (TLV, 34,7 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit einem Volumen von 109,14 Millionen Lei und einem Anteil von 25,24 Prozent vom gesamten Wochenumsatz. Ihr folgte der Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. (SNP, 1,187 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit einem Wochenumsatz in Höhe von 76,45 Millionen Lei, was 17,7 Prozent vom Wochenumsatz entspricht. Dritter im Bunde war der Erdgaserzeuger S.N.G.N. Romgaz S.A. (SNG, 16,56 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit 66,4 Millionen Lei.

Zahlreiche Gewinner

Von den oben genannten Emittenten sticht der Erdgaserzeuger mit einem Wochenplus von 7,5 Prozent heraus. Der Treibstoffkonzern konnte nur mit plus 1,6 Prozent aufwarten und die Bankaktie legte nur 0,75 Prozent zu auf Wochensicht. Nur 43 von 89 am Hauptsegment gelistete Emittenten verzeichneten Kurszuwächse in der vergangenen Handelswoche. Die höchsten Gewinne strichen der Börsenbetreiber Bursa De Valori București SA (BVB, 76,8 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) ein mit plus 10,7 Prozent, der Maschinenbauer Mecanica Ceahlău (MECF, 0,12 Lei, ISIN ROMECFACNOR0) mit einem Gewinn von 11,11 Prozent, der Spezialist für Elektroanlagen Grupul Industrial Electrocontact S.A. (ECT, 0,069 Lei, ISIN ROELBOACNOR6) mit plus 11,3 Prozent und schließlich der Lebensmittelhersteller Cris-Tim Family Holding S.A. (CFH, 46,8 Lei, ISIN ROM2TZIHW2M4) mit plus 14,15 Prozent. Am anderen Ende der Skala stand der Reiseveranstalter Christian ´76 Tour S.A. (TRIP, 1,296 Lei, ISIN ROE1N5GQPH38) einsam da mit dem einzigen zweistelligen Kursrückgang der Woche: minus 15,7 Prozent. Der Winzer Purcari Wineries Public Company Limited (WINE, 21 Lei, ISIN CY0107600716) schaffte es sogar, dank eines Zuwachses von 5,5 Prozent, bei 21 Lei als einziger Emittent der Woche ein neues 5-Wochen-Hoch zu erreichen.

September im Rückblick

Der Rückblick auf den eben abgeschlossenen September offenbart den bislang schlechtesten Monat des Jahres. Die anhaltende politische Unsicherheit durch eine nun mehrere Monate waltende Übergangsregierung mit eingeschränkten Befugnissen setzte dem Aktienmarkt kräftig zu. Die wichtigsten Indizes verloren auf Monatssicht im Durchschnitt 7,57 Prozent, nur der Finanzwerte-Index BET-FI konnte den Fall etwas dämpfen. Die übrigen Indizes BET, BETPlus, ROTX und BET-NG verloren allesamt deutlich mehr als 8 Prozent. Ebenfalls harsch war auch der Rückgang der durchschnittlichen Marktkapitalisierung im Vergleich zum Vormonat: minus 4,52 Prozent auf nunmehr wieder deutlich unter 700 Milliarden Lei (687,5 Milliarden Lei).

Devisen

Euro und US-Dollar setzten dem rumänischen Leu in der vergangenen Woche kräftig zu. Offenbar spielt die politische Unsicherheit im Land dort eher eine wichtigere und das Länderrating eine eher untergeordnete Rolle, als am Aktienmarkt. Der Euro erreichte am vergangenen Freitag einen neuen Rekordstand deutlich über der 5,3-Lei-Marke. Der US-Dollar legte ebenfalls am Freitag sprunghaft zu und schloss jenseits der 4,7-Lei-Marke. Auf Wochensicht verlor der Leu somit fast 1,4 Prozent gegenüber dem Euro und fast 2,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Der Monatsrückblick fällt nicht ganz so schlecht aus, da die Verluste für den Leu erst nach dem letzten Handelstag im September entstanden sind. Der Euro geht bei 5,3447 Lei in die erste volle Oktoberwoche, der US-Dollar bei 4,7519 Lei. 


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