Mindesteinkommen für angemessenes Leben steigt um 2,6 Prozent

Vierköpfige Familie benötigt in Rumänien monatlich 11.668 Lei

Bukarest (ADZ) - Das Mindesteinkommen für einen angemessenen Lebensunterhalt hat im September 2026 für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern 11.668 Lei (fast 2200 Euro) pro Monat erreicht. Dies waren laut einer Studie der Friedrich Ebert Stiftung (FES) und Syndex Rumänien 298 Lei bzw. 2,6 Prozent mehr als im September 2025. Zwei Erwachsene mit einem Kind benötigen in Rumänien mindestens 9574 Lei für einen angemessenen Lebensunterhalt, zwei Erwachsene ohne Kinder 7150 Lei und für eine allein lebende Person ist das angemessene Mindesteinkommen 4407 Lei pro Monat, so die Studie.  

Verglichen zum Vorjahr haben laut der FES besonders die Kosten für Gesundheitsversorgung (plus 8,3 Prozent), Erziehung und Kultur (+8,0%) und andere Dienstleistungen (+6,7%) zugelegt. Langsamer sind Lebensmittelkosten (+1,6%) gestiegen und Kosten für angemessenes Wohnen (nur Miete bzw. Kreditraten, ohne Nebenkosten) waren im September 2026 1,9 Prozent niedriger als vor einem Jahr – hauptsächlich aufgrund niedrigerer Durchschnittszinsen (6,35% im September 2026 gegenüber 7,55% im September 2025). 

Die jährliche Inflationsrate im September 2026 lag laut dem Nationalen Statistikamt (INS) bei 6,6 Prozent. Obwohl die Aktualisierung des von der FES und Syndex berechneten Mindesteinkommens hauptsächlich auf der von INS ermittelten Verbraucherpreisdaten beruht, gehen die Entwicklungen aufgrund der sehr unterschiedlichen Gewichtung der Wohnkosten auseinander. Während im INS-Warenkorb Mietkosten eine sehr geringe Bedeutung zukommt – da relativ wenige Personen zur Miete wohnen oder diese informell bezahlt werden – und Wohnungskäufe unberücksichtigt bleiben – da sie als Investitionen, nicht als Verbrauchsausgaben eingestuft werden –, liegt die Gewichtung der Wohnungskosten beim angemessenen Mindesteinkommen zwischen einem Viertel (für eine Familie mit zwei Kindern) und einem Drittel (für eine Einzelperson). Die Studie ermittelt, wie viel Geld monatlich nötig ist um tatsächlich angemessenen zu wohnen, die INS-Inflationsrate berücksichtigt Verbrauchsausgaben die monatlich getätigt werden, in Rumänien werden Wohnkosten im Durchschnitt auch dadurch gedrückt, dass junge Menschen besonders lange bei ihren Eltern wohnen und besonders viele Personen in überbelegten Haushalten leben.

Für das laufende Jahr hat die unterschiedliche Gewichtung der Wohnkosten eine langsamere Steigerung des angemessenen Mindesteinkommens zur Folge, in der Vergangenheit war es allerdings oft umgekehrt. Zum Beispiel haben sich die nötigen Mindestwohnkosten zwischen September 2021 und September 2024 von 1732 Lei auf 2995 Lei fast verdoppelt; in diesem Jahr liegen sie bei 3105 für eine vierköpfige Familie.