Außenministerium fordert Rumänen zum sofortigen Verlassen des Iran auf

Laut Behörde befinden sich rund 400 rumänische Staatsangehörige vor Ort

Bukarest (ADZ) – Das Außenministerium hat angesichts der äußerst angespannten und volatilen Sicherheitslage im Iran seine Reisewarnung für das Land verschärft. Rumänische Staatsangehörige in der Islamischen Republik Iran seien aufgefordert, das Land sofort zu verlassen – und zwar auf jedwelchem sicheren Weg. Gleichzeitig warne man ausdrücklich vor Reisen in den Iran, teilte das Außenministerium auf seiner Internetseite mit. Rumänische Bürger vor Ort seien zudem ersucht, die rumänische Botschaft in Teheran unter dem Notruf +98 21 77647570 umgehend über ihren genauen Aufenthaltsort zu informieren – Anrufe könnten allerdings nur über GSM getätigt werden, infolge der Internet-Sperre nicht auch via Messenger-Dienste. Von den rund 400 rumänischen Staatsangehörigen, die sich zurzeit im Iran aufhalten, habe bis dato noch keiner die Rückführung in die Heimat beantragt – ihre Sicherheit stelle für das Außenamt in Bukarest oberste Priorität dar, teilte die Behörde des Weiteren mit. Angesichts des brutalen Vorgehens des iranischen Sicherheitsapparats gegen die Demonstranten und der infolge der Repressalien in die Tausende gehende Opferzahl hatte Außenministerin Oana Țoiu (USR) erst in den letzten Tagen den Geschäftsträger der iranischen Vertretung in Bukarest einbestellen lassen.

Die aktuelle Protestwelle im Iran gegen das Mullah-Regime war Ende Dezember durch eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst worden. Der Sicherheitsapparat des Landes hatte daraufhin vor einer Woche das Internet komplett für die Bevölkerung abgeschaltet – einerseits, um es den Demonstrierenden zu erschweren, Proteste zu organisieren, und andererseits, um die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen und Repressalien zu unterbinden.