Die NATO plant „automatisierte Zonen“ an ihrer Ostflanke

In Rumänien und Polen sollen bereits Pilotprojekte steigen

Brüssel/Bukarest (ADZ) – Die NATO will mit ihrem neuen Verteidigungskonzept Eastern Flank Deterrence Line (EFDL – „Ostflanken-Abschreckungslinie“) in den kommenden beiden Jahren an ihrer von Finnland bis nach Rumänien verlaufenden Ostflanke erheblich aufrüsten. Wie der Bundeswehr-Brigadegeneral Thomas Lowin jüngst der deutschen Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“ sagte, plant das Verteidigungsbündnis an seiner Ostflanke die Einrichtung eines komplexen, mehrschichtigen Verteidigungssystems. Dieses werde aus Aufklärungssensoren, Drohnen, teilautonomen Gefechtsfahrzeugen, weitgehend automatisierten und roboterisierten Waffen bestehen – potenzielle Angreifer müssten diese Hightech, die vor allem zur Abschreckung Russlands dienen soll, erst überwinden, bevor sie weiterrücken könnten.

In den NATO-Staaten an der Ostflanke sollen zudem nach Angaben des ranghohen deutschen Offiziers erheblich höhere Vorräte als bisher an Waffen, Munition und Ausrüstung angelegt werden. Lowin zufolge wird die Überwachungstechnik entlang der Ostflanke aus Geräten bestehen, die am Boden, in der Luft, im Weltraum und auch im digitalen Raum Daten sammeln und dann in Echtzeit möglichst allen NATO-Ländern zur Verfügung stellen.

Der Brigadegeneral betonte gegenüber der „Welt am Sonntag“ allerdings auch, dass die Entscheidung über einen Waffeneinsatz immer in menschlicher Verantwortung bleibe, auch werde die Zahl der Streitkräfte trotz aller Automatisierung nicht zurückgefahren – „nur mit unbemannten Systemen ist kein Gegner dauerhaft abzuschrecken oder zu stoppen. Am Ende heißt es immer: Soldaten gegen Soldaten“ – das sehe man auch in der Ukraine, so Lowin.

Dem Nachrichtenportal G4Media zufolge werden erste EFDL-Pilotprojekte bereits in Polen und Rumänien getestet.